IT-Kolumne: Schnelles Internet = schlechtere Software?

Die letzten Jahre nehmen „kaputte“ Rechner oder „kaputte“ Programme nach Software-Updates zu. Woran liegt das? Wir behaupten: Am schnellen Internet!Die Älteren können sich noch an die Zeit erinnern, als man Steuererklärungs-Software, Antivirusprogramme, Branchensoftware, Office-Programme, Computerspiele und kleine Helferlein auf Diskette, später CD und dann DVD kaufte.
War früher alles besser? Ja, war es! 🙂

Die gute alte Zeit

Das Internet war langsam, eine halbe Stunde Internet kostete 20 Pfennig, das Modem entsprach einer Geschwindigkeit von DSL 0,02 Mbit/sec. OK, früher war nicht alles besser. 🙂 Aber: Software musste damals peinlichst genau getestet werden, bevor sie in den Verkauf ging, denn:

  • ein Rückruf inkl. Neupressung und Versendung neuer Programm-CDs wäre teuer gewesen
  • Programmupdates über Internet waren nicht möglich, und wenn dann nur kleine Patches. Moderne Updatepakete mit teils hundert Megabytes hätten seinerseits so lange gebraucht, dass die Zwangstrennung der Modemleitung nach 24 Stunden den Download „gekillt“ hätte und zudem das Telefon dauerblockiert hätte.

Ist die Software noch nicht fein, kippen wir ein Update rein

Heute ist das anders. Wir sind digital, wir sind vernetzt, wir sind „Generation Cloud“.
Da ist Geschwindigkeit wichtiger als Muse; Quantität wichtiger als Qualität.
Schnelle Veröffentlichungstermine sind oft wichtigerer als umfassend getestete Software, denn „wenn was klemmt, können wir unser Programm ja mit einem Online-Update patchen.“
Und wenn das Update mit zu heißer Nadel gestrickt wurde?
„Na dann schieben wir dem Anwender-Rechner halt am nächsten Tag das nächste Update rein.“

Online-Updates sollten nicht als Freifahrtschein für mangelndes Testing betrachtet werden. Firmen und Privatanwender erleiden durch „kaputtgepatchte“ Systeme Folgekosten durch EDV-Dienstleister. Hier wäre der Staat durch eine Art Softwarehaftung gefragt.

Es ist bezeichnend, dass in manchen Arztpraxen oder Betrieben die bei der Einteilung der Frühschicht für jene Wochentage, an denen am frühen Morgen die „weekly Patches“ eintrudeln, mittlerweile immer öfter „och nee, nicht ich am Mittwoch“ zu hören ist. 🙂

Was wäre eigentlich, wenn diese Kolumne Rechtschreibfehler enthält? Ach was, egal. Korrekturlesen nervt. Ein Fehler wird schon irgendjemandem auffallen und der teilt mir dann den Fehler mit. Korrigieren kann ich den Artikel ja immer noch.

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