* IT-Kolumne: Windows Updates – Politische Forderung: Softwarehaftung!

In Windows 10 pro kann man die großen Feature-Updates um bis zu 1 Jahr aufschieben. Nur dumm, wenn das System diese Einstellung auf manchen Rechnern ignoriert. Software-Schäden bei Anwendern sollten zu einer Frage von Software-Haftung werden.

Sicherheits/Fehler-Updates – OK
Feature-Updates – zweischneidig

Eines der Probleme von Windows 10 sind die zweimal im Jahr ausgerollten Feature-Updates, die einen Großteil des Betriebssystems erneuern. Frühere Windows-Versionen machten solche Experimente nicht. Der Nutzer erhielt grundlegende Veränderungen nur beim Kauf der nächsten Windows-Version, was innerhalb einer bestehenden Version stabile Verhältnisse garantierte.

Seit einiger Zeit gibt es zumindest in Windows 10 Professional (und höher) die Einstellungsmöglichkeit, Updates aufzuschieben. Laut einiger Internet-Blogs wurde dieses Setting beim aktuellsten Feature-Update auf vielen Rechnern wohl leider ignoriert. Wächst Microsoft die Update-Policy langsam über den Kopf?

Bei Windows 10 Standard („Home“) gibt es die Möglichkeit zum Verzögern von Feature-Updates nicht.

Windows as a service

„Windows as a service“ war der Plan von Windows 10. Was Microsoft scheinbar ignorierte ist, dass Windows-Systeme vor allem auf Produktiv- und Bürorechnern laufen.

Das aktuelle Prozedere „Windows as a service“ sollte überdacht werden, denn regelmäßig sorgen die halbjährlichen Win10-Feature-Updates für verschwundene Druckertreiber, gelöschte Scannertreiber, unerwünschte Apps im Startmenü, nicht mehr startende Software (DLL-Fehler), seltenst nicht mehr bootende Rechner. Betroffen sind dabei auch immer wieder Geschäftskunden.

Unser Anspruch ist, dass unsere Kunden möglichst reibungslos mit ihren Rechnern arbeiten können. Uns ist bewusst, dass vor allem die Spectre/Meltdown-Lücken der Chiphersteller (oder Geheimdienste?) tiefgreifende Sicherheitsupdates erforderlich machen, daher kann eine weitere Forderung an Softwarehersteller und Geräteprogrammierer nur lauten, nicht nur auf Funktion, sondern auch auf Sicherheit zu programmieren.

Handwerker-Haftung versus Softwarehaftung

Die Frage nach dem Haftenden im Handwerk ist klar, wenn z.B. eine KFZ-Werkstatt altes Motoröl abgelassen, aber kein neues Öl nachgefüllt hat und Ihr Auto am nächsten Tag mit einem Motorschaden liegenbleibt. Es haftet der Handwerksbetrieb.

Die politische Frage, die irgendwann unvermeidbar sein wird:

Wer haftet, wenn ein Software-Update das Gerät im Alltag unbenutzbar macht
oder regelmäßig Reparaturkosten verursacht?
Wer haftet, wenn Software in Billig-Geräten durch Sicherheitslücken die gesellschaftliche Infrastuktur angreifbar macht?
Wer haftet, wenn teure Autos durch unsichere Funkschlüssel gestohlen werden?

Fehler passieren, das lässt sich nicht vermeiden. Haaresträubende Fälle sollten jedoch geahndet werden.

 

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