Asylmissbrauch und die Methode „Gängelt den Überbringer schlechter Nachrichten“

Bei vielen Themen in der aktuellen Medienlandschaft scheint es Methode zu sein, den Überbringer schlechter Nachrichten zu denunzieren anstatt die überbrachte Nachricht zu analysieren und die eigentlichen Problemursachen anzugehen.

Dies war/ist so bei der Euro-Krise, dies war/ist so bei der politischen Krise und dem Zulauf zu „populistischen“ Parteien. Beim Thema Asyl/Migration/Abschiebungen werden solche Taktiken jedoch heikel, da aktuell kein anderes Thema das Empfinden gegenüber dem Rechtsstaat so negativ zu beeinflussen scheint.

Die Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge steht schon länger in der Kritik als „ideale Anlaufstelle“ für Asylmissbrauch. Eine jüngst dorthin gewechselte, bayerische Beamtin machte auf die von ihr beobachteten Missstände aufmerksam … und wurde versetzt. Auch hier drängt sich der Eindruck auf, als sei Kritik schädlich für die eigene Karriere. Hatten wir solche Verhältnisse nicht auch in der DDR?

Bericht des Bayerischen Rundfunks:
https://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/warum-wurde-josefa-schmid-vom-bamf-versetzt-100.html

Eine mündige Informationsgesellschaft muss in der Lage sein, kritisierte Missstände zu analysieren und aufzuarbeiten. In der Schweiz spricht man mittlerweile – auch aufgrund der Vorfälle in Ellwangen – von dem „Versagen Deutschlands bei den Aussschaffungen“ (gemeint sind „Abschiebungen“). Wieder ist es die Neue Züricher Zeitung, die die Lage in Deutschland besser beschreibt, als einheimische Medien, insbesondere weil auch dort zwischen Armutsmigration, vorgetäuschtem und echtem Asylanspruch unterschieden wird.

https://www.nzz.ch/international/der-andere-blick-deutschlands-versagen-bei-den-ausschaffungen-ld.1384921

 

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