* Brot und Spiele – Fussball-WM, EDIS oder Aufstockung der Parteiengelder?

Gerne wird während der Zerstreuung durch sportliche Großveranstaltungen politisch unbequemes Gesetzesgut beschlossen. Eine gewagte Prognose für die Fußball WM 2018.

Vor über vier Jahren war in gut aufgestellten Finanzblogs schon klar zu lesen, dass mit Italien (und danach übrigens mit Frankreich) der größte Schulden-Sprengstoff für den Euro zu erwarten ist. Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, hat insbesondere drei Großbanken: Unicredit, Sanpaolo, Monte Paschi.

Die Monte Paschi steckt bereits mitten im Überlebenskampf und wurde bereits mit Staatsgeldern „gerettet“ (vorerst?). Die Unicredit (Mutter der vor allem in Bayern populären Hypovereinsbank) hat ebenfalls etliche faulen Kredite und ausfallgefährdete Staatsanleihen in den Büchern. Zitat aus dem Maqnager-Magazin Online von 30.1.2017:
„Die Mailänder (Anm.: Unicredit) haben die HypoVereinsBank 2005 geschluckt und hadern seit Jahren damit, dass sie nicht frei über das Kapital der deutschen Tochter verfügen können.“ Die Unicredit zog 2017 von der Hypovereinsbank 3 Milliarden Euro „Sonderdividende“ ein; für eine „Kapitalerhöhung“ (sagt die Bank), „Stützung“ (sagen Kritiker).

Der Weltmeister heißt … Bankenunion / EDIS?

Was das ganze mit der WM zu tun hat? Nun, bei solchen ablenkenden Ereignissen werden gerne politisch unbequeme Dinge beschlossen, die den Bürger „unnötig verunsichern könnten“. Ein heißer Kandidat für die Fußball-WM wäre die Durchwinkung der europäischen Bankenunion.

Anhaltspunkte?

Naja, z.B. Jörg Kukies, ehemaliger Banker der US-Investmentbank Goldman Sachs, jüngst ins deutsche Finanzministerium als Staatssekretär (WTF?) beordert, sieht laut Handelsblatt vom 29.5.20918 „Fortschritte bei der Bankenunion“. Deuschland stehe in Sachen Bankenunion „nicht auf der Bremse“.

Was ist bei den neuen EU-Bankenrichtilinien geplant?

(Quelle stellvertretend; Focus Online 29.3.2018, hier)

Möglichkeit gegen Bank-Runs („Auszahlungsstopp“)
Im Fall einer Schieflage könnte die Bankenaufsicht einen Auszahlungsstopp von fünf bis maximal 20 Tagen erlassen.

Europäische Einlagensicherung (EDIS)
Klingt gut, hieße aber: „dass lange angesparte Rücklagen der deutschen Banken, auch Sparkassen und Raiffeisenbanken mit denen der europäischen Risikobanken vermischt würden. Geht eine Risikobanken (Anm. irgendwo in der Eurozone) Pleite, sollen ihre Kunden über EDIS entschädigt werden. Das Geld kommt von anderen soliden Banken (Anm. irgendwo in der Eurozone) – und deren Sparern.“

„Ein besonders dramatisches Szenario wäre die Staatspleite eines Südstaates in der Eurozone. Dann hätten zunächst die jeweiligen nationalen Banken Forderungsausfälle gegen ihren eigenen Staat zu verkraften, weil sie dessen Anleihen halten. Dadurch würden nach dem Staat auch die dort ansässigen Banken ins Straucheln geraten – und die wirtschaftlichen Folgen vergemeinschaftet. Über diesen „Ansteckungsweg“ würden Rücklagen solider deutscher Banken indirekt für Staatsschulden anderer Länder einstehen, mahnt sogar die Deutsche Bundesbank.“

Kurzum: EDIS wäre eine weitere Vergemeinschaftung von Staats- und Bankenschulden. Misswirtschaft wird dann weiter  – als Insolvenzverschleppung – auf möglichst viele Schultern verteilt. Geldsozialismus in Reinkultur.
Was wäre geschickter, als EDIS/die europ.Bankenunion während einer Fußball-WM durchzwinken, während der durch Chipskaugeräusche, Grillrauchschwade, Kronkorken-Geklapper und Schulterklopfgeräuschen anlässlich neu gekaufter 4K-Großbildflachfernseher (auf denen Fußballspiele zwar schärfer, aber nicht besser werden) der gesellschaftliche Hör- und Sehsinn ausgeschaltet ist?

Möglich wäre aber auch, dass – unbemerkt im WM-Trubel – die staatlichen Zuschüsse (=Steuergelder!) für Parteien aufgestockt werden; hier.

Verschwörungstheorie? Eher nicht, siehe Artikel des Deutschlandfunks von 2014:
Was der Bundestag während der WM alles durchjubelt

Schau mer mal.


Nachtrag 14.Juni.2018: In Russland hat man schon die Gunst des Tages ergriffen.
„Am Eröffnungstag der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Regierung in Russland eine Erhöhung des Rentenalters und der Mehrwertsteuer beschlossen.“
Quelle: Handelsblatt

 

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