* Ausspähen unter Freunden geht gar nicht!? BND späht(e) österreichische „Ziele aus“

Bei manchen Themen ist es besser, man schaut in die ausländische Presse. So auch bei den jüngsten Erkenntnissen, dass der BND (der deutsche Geheimdienst, Neusprech: „BundesNachrichtenDienst“) unsere österreichischen Nachbarn massiv ausgespäht hat.

Wir hören noch den merkelscneh Moral-Zeigefinger des Nichts-Tuns während der NSA-Affäre: „Ausspähen unter Freunden geht gar nicht!“.

Der österreichische Standard schreibt im Juni 2018 : „Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat in Österreich tausende Ziele im Visier – und das bereits seit den späten 1990er-Jahren. (…) Selbst für Universitätsprofessoren interessierte sich der Geheimdienst. Sie alle wurden elektronisch ausgespäht.“

Und weiter:

„Fast alle großen österreichischen Unternehmen und Banken befinden sich auf der Liste, die Spionageziele ab 1999 zeigt. (…) Aber auch viele klein- und mittelständische Unternehmen aus anderen Branchen erregten die Aufmerksamkeit der deutschen Spione: unter anderem Holzhändler, Aluminiumbetriebe oder Wärmepumpenhersteller. Die Österreich-Dependancen internationaler Konzerne, etwa Ericsson oder Bombardier, wurden ebenfalls abgeschöpft. Daher stellt sich die Frage, ob der BND über seine Zielaufgaben hinaus auch Wirtschaftsspionage in Österreich betrieben hat, um Deutschland einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. „

Und wie so oft verstecken sich die eigentlichen Skandale in einem Nebensatz:

„Der Spiegel berichtete von Zielen in ganz Europa, die der BND selbst oder im Auftrag der NSA überwachte: beispielsweise Unternehmen wie den Eurofighter-Hersteller EADS und Eurocopter in Frankreich oder Mitarbeiter von EU-Behörden.“

Quelle und Auszug aus der Liste: Standard.at


Kommentar:

A.Merkel 2013: „Ausspähen unter Freunden geht gar nicht“

Februar 2017, Welt.de: „Dass auch der Bundesnachrichtendienst (BND) Ziele in befreundeten Staaten ausspionierte, habe sie erst im März 2015 erfahren, sagte Merkel im NSA-Untersuchungsausschuss.“

Wir halten erneut fest: Der BND spioniert z.T. im Auftrag der NSA u.a. EU-Behörden und militärisch sowie wirtschaftlich relevante europäische Unternehmen aus.
Läuft das unter Amtshilfe, blindem Gehorsam oder ist es gar Bestandteil eines nicht aufgekündigten Besatzungs-Statuts? In unserem Kundenmagazin erwähnte ich im April 2014 dieses Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Historiker und Buchautor („Überwachtes Deutschland“) Prof. Dr. Foschepoth:
„Die NSA darf in Deutschland alles machen“ (2013)

 

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