* Plastikdebatte – Was Wattestäbchen, geplante Obsoleszenz und Inflation miteinander zu tun haben

Das Thema Plastik in Meeren und Nahrungskette ist aktuell in aller Munde. Es sei z.B. an eine gute Filmdoku namens „Plastic Planet„aus dem Jahre  2009 erinnert.

Während die EU in Pressemeldungen bzgl. des Verbots von Strohhalmen, Coffee-to-Go-Becherdeckeln und Wattestäbchen zitiert wird, bleibt ein Bereich völlig undiskutiert:
die „geplante Obsoleszenz“ vieler Produkte, d.h. die durch konstruktionsbedingte beabsichtigte verkürzte Nutzungsdauer von Produkten.

Wir bekommen es nahezu wöchentlich mit, dass vor allem Tintenstrahldrucker nach 3-4 Jahren, teilweise – wenn billigste Drittanbietertinte genutzt wird – schon nach 2 Jahren bzgl. des Druckkopfs einen Totalschaden erleiden. Bei etlichen Modellen ist der Druckkopf nicht tauschbar, bzw. liegt im Bereich der Kosten eines neuen Druckers. Selbst bei Tintenstrahl-Druckern im Anschaffungspreis-Bereich von 200-400 EUR ist dies der Fall.

Wenn es um Ressourcen-Schounung bei der Produktion und Plastikreduktion geht, könnten Tintenstrahldrucker ihres Lebensdauer locker verdoppeln, wenn der Druckkopf verpflichtend austauschbar konstruiert werden müsste und der Preis eines Druckkopfs nicht den Neuwert des Druckers ausmacht.

Vom Verpackungsmüll bei Tintenpatronen, gefühlten 2 Quadratmetern Abklebeschutzfolie beim Druckerauspacken und vom Plastikmüll teilweise nur mit 4-9ml befüllter Tintenpatronen ganz zu schweigen.

Und was ist eigentlich mit den Mikrokunststoffen in Kosmetika, Shampoos, Autolack-Rubbelpaste etc? (Ironie an) Könnte es sein, dass – angesichts der kosmetisch gewordenen Symbolpolitik – in Brüssel mehr Mikroplastik beim Abschminken von Abgeordneten durch die Waschbecken in die Meere gelangt, als durch Wattestäbchen?? (Ironie aus)

Wie steht es um die geplante Obsoleszenz? Solange ein Großteil der Politiker ernsthaft glauben, Inflation sei gut für die Wirtschaft und die Gesellschaft, wird wohl keine sinnvolle Bekämpfung geplanter Obsoleszenz stattfinden, denn eine Gesellschaft, die durch Geldwertverlust (Teuerung durch Inflation) stets unter Wachstumszwang steht, wird auf verfrühten Konsum und daraus anfallende Mehrwertsteuereinnahmen nicht verzichten können.

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