* Zahl der Firmenpleiten sinkt VERSUS Zombifizierung der Wirtschaft

„Die Zahl der Firmeninsolvenzen geht zurück“.
Grund zur Freude oder Zeit für einen Quergedanken?

Einerseits sicherlich ja.

Andererseits bedeutet der „Rückgang“ der jährlichen Zahl an Firmenpleiten immer noch, dass Firmen Insolvenz anmelden. Zudem stellt sich die Frage, ob dies nicht eine „Scheinblüte“ ist, denn durch die marktverzerrende Nullzinspolitik/Eurorettungspolitik der europäischen Notenbank haben etliche Wirtschaftsteilnehmer seit Jahren die Chance, sich Kredite zu leisten, die sie sich bei einem normalen Zinssatz nicht hätten leisten können.
Für die Marktbereinigung nötige Firmenpleiten wurden und werden dadurch verhindert, zudem erhöhen just diese Kredite das Risiko der kreditgebenden Banken und schlummern als ausfallgefährdete Positionen in deren Bilanzen.

Wirtschaftswissenschaftler, die ihren Bauchverstand nicht verloren haben, sprechen daher von der Zombifizierung der Wirtschaft.

Ein lesenswerter Artikel zum Thema:
http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/daniel-stelter-firmen-zombies-schaden-unserem-wohlstand-a-1198866.html

Zitat 1: „(…) beziffern den Anteil des Kapitals, der in Zombies gebunden ist, auf 5 bis 18 Prozent, wobei es in Italien, Spanien und Portugal besonders schlecht aussieht. Selbst in Deutschland dürfte es nicht wenige Unternehmen geben, die nur in einem Nullzins-Umfeld über die Runden kommen.

Zitat 2: „Die Notenbanken haben die Budgetrestriktion abgeschafft. Geld kostet (fast) nichts und geht niemals aus; die Misswirtschaft kann ewig fortgesetzt werden. Immer mehr Zombies, immer weniger Wachstum, immer untragbarere Schulden.“

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