** ui, wo wohnt der Politiker und wo residiert der Promi? Hacker, Cyber? Oder einfach nur Geotagging-GPS-Daten im Digitalfoto?

Es schallt aus Politik und Presse: Cyber, cyber, cyber, nichts als Cyber. Private Daten im Internet, wir brauchen mehr Cyberabwehr, mehr Technik, mehr Taskforce.  Echt jetzt?

Ein Gedankenblitz zum Thema: Wie sieht es eigentlich aus mit der digitalen Mündigkeit all jener Menschen, die Digital-Fotos von sich, ihrem Essen, ihrem Weihnachtsbaum oder sonstwas ins Internet, Chatplattformen oder soziale Medien stellen?

Welche Daten enthält ein Handyfoto? Hoppla, GPS-Koordinaten?

Reine digitale Kameras waren schöne Geräte. Gute, kleine Zoomobjektive, verlässliche Geräte, lange Akkulaufzeiten und: sie waren nicht geschwätzig, weil keine Multifunktionswerkzeuge mit Internetverbindung und GPS-Sensor für die Standortermittlung.

Bei vielen Smartphones ist aus Bequemlichkeitsgründen die ganze Zeit der GPS-Sensor aktiviert. Auch das WLAN-Modul und das Bluetooth-Modul. Aus Gründen der Strahlungsminimierung, der Privatsphäre und der Akkulaufzeit raten wir, diese Module am Smartphone nur zu aktivieren, wenn man Sie gerade braucht.

Spannend ist hier der GPS-Sensor. Denn etliche Smartphones bauen in die Digitalfotos – bei aktiviviertem GPS-Sensor – die GPS-Koordinaten im Datenstrom der JPG-Bild-Datei ein; nicht sichtbar im Bild, aber auslesbar in der Bilddatei.

Wer kennt Sie nicht, die öffentlich einsehbaren Facebook-/TwitterFotos von B-Promis im neuen Versace-Kleid vor dem Schlafzimmerspiegel, das Foto mit Weihnachtsgruß vor dem eigenen Weihnachtsbaum; extra so aufgenommen, dass man nicht (zb durch ein sichtbares Fenster) den Wohnort erraten kann. Was will da schon schiefgehen? Naja eben alles.

Jeder Politiker und Promi, der laut aufheult und mehr technische Cyberabwehr fordert, sollte sich mal den Spaß machen, ein x-beliebiges, weltweit einsehbares Foto von seinem Facebook-, Whatsapp- oder Twitter-Account oder seiner Homepage herunterzuladen, es im Gratisbildprogramm Irfanview zu öffnen, die Taste „e“ zu drücken und (falls Geodaten im Bild enthalten sind) auf den Link im Infofenster zu klicken; dieser führt bequem auf Google-Maps und dort sehr treffsicher in die direkte Nähe des Aufnahmeortes. Das ganze geht auch per Upload eines Bildes (sollte man nur zu Testzwecken machen mit einem Bild ohne persönliche Inhalte) auf z.b pic2map. In vielen Smartphones ist das sog. Geotagging (zu dt. Markierung des Bilds mit Positionsdaten) mittlerweile standardmäßig abgeschaltet.
Wer sicher gehen will, sollte das in den Handy-Einstellungen prüfen und zumindest den GPS-Sensor nur dann einschalten, wenn er für Navigationszwecke oder die Positionsbestimmung gebraucht wird; ansonsten gilt frei nach Peter Lustig: abschalten!

Ein kurzer weiterführender Artikel zum THema: hier

PS: Wer sagt das eigentlich den Kindern und Jugendlichen in der Schule? Niemand? Warum? Weil Digitalisierung für Politiker nur bedeutet, Tablets in Klassenzimmer zu werfen und Smartboards statt Kreidetafeln zu verwenden (also „Digitalisierungspopulismus“). Technik bedienen und Technik kompetent nutzen sind immer noch zwei Paar Stiefel. 🙂


Nachtrag vom 14.01.2019:

Wir erhielten den Hinweis auf diesen FAZ-Artikel – „Aufregung nach dem Klau banaler Daten“ – chapeau FAZ!

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-dem-maschinenraum/aufregung-nach-datenklau-hacker-super-gau-um-banale-daten-15975101.html

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