* Das Vereins-Sterben in Deutschland – Digitalisierung als Chance?

Eine Studie nimmt Bezug auf das Vereins-Sterben in Deutschland


Alle Vereine, die nicht auf Trinken/Essen/Freizeitausflüge spezialisiert sind, kennen das Problem: Immer weniger Leute engagieren sich; die wenigen Engagierten werden zunehmends demotiviert oder erleiden einen „vereinsburnout“.

Eine Studie sieht hier die Digitalisierung als Chance:
https://www.ziviz.de/landdigital  (PDF herunterladbar)

So ganz glauben möchte ich der heilsbringenden Digitalisierung nicht. Ist es nicht gerade die „Digitalisierung“, die die meisten Menschen tagsüber (meist selbstverschuldet) so stresst und mit Ablenkung „zuballert“, das man abends zwar gefühlt 40 Dinge bearbeitet, aber keines davon fertigbekommen hat und froh ist, seine Ruhe zu haben?
Liegen die Menschen nicht lieber abends mit dem Tablet auf der Couch und feuern hunderte Smileys, Witzvideos, Avatare und Sticker in die Wohnzimmer von mindestens 30 Mitmenschen (und stehlen damit deren Zeit), anstatt sich „undigital“ abends auf einer Planungssitzung in einer Gastwirtschaft, einem Training in der Turnhalle oder bei gestalterischen Themen in einem Verein einzubringen?

Liegt es nicht auch an Behörden, Vorschriften und juristisch-legislativem „Overhead“, dass sich immer mehr aktive Vorstände aus der Haftungsgefahr zurückziehen nach dem Motto „wenn ich schon meine Freizeit opfere, möchte ich nicht auch noch haftbar sein für immer mehr überbordende Vorschriften“?  (GOBD, DSGVO u.v.m.)

Schauen wir mal, wer die die Studie initiiert hat:

„Auftraggeber der im September 2018 veröffentlichten Studie war die Förderinitiative „digital.engagiert“ von Amazon und Stifterverband, die Vereine und gemeinnützige Organisationen bei ihren Projektideen zur Digitalisierung der Zivilgesellschaft unterstützt.“

Aha, eine Stiftung, deren Anliegen die Digitalisierung der Zivilgesellschaft ist, rät zur Digitatalisierung der Vereine? … hmm ….

Eine Aussage der „Studie“: „Kernidee der ‚Digitalen Geschäftsstelle‘ ist es, Verwaltungsarbeit effizienter zu gestalten“
Acho! Weil der Verwaltungsaufwand für Vereine immer höher wird, muss man als Verein „effizienter“ werden und zwar durch mehr digitale Technik?

Da käme mir ein Gegenvorschlag in den Sinn:

Der Gesetzgeber könnte die Vereinsarbeit ja auch einfach wieder attraktiver, einfacher, effektiver, haftungsärmer und unbürokratischer machen … dann braucht’s auch keine digitale Effizienz-Steigerung bei Verwaltungsaufgaben.

🙂

 

 

Teilen ...
Dieser Beitrag wurde unter IT-Kolumnen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.