** Deutsche Firmen als Steuer-Vorauszahler für Google & Co?

TV-Hinweis: Frontal 21, ZDF, Dienstag 19.2.2019, 21:00 Uhr

Zitat von presseportal.de: „Seit Jahren versagt der Staat dabei, Google & Co angemessen zu besteuern – nun gehen einige Finanzämter einen umstrittenen Weg: Sie lassen deren deutsche Geschäftspartner die Steuern zahlen. Die Finanzbehörden fordern neuerdings eine Quellensteuer von 15 Prozent auf Zahlungen an Internetkonzerne wie Google – und das bis zu sieben Jahre rückwirkend, berichtet das ZDF-Magazin „Frontal 21“ in seiner Sendung am Dienstag, 19. Februar 2019, 21.00 Uhr. „Für viele Unternehmen sind solche Steuerforderungen existenzbedrohend“, erklärt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh)“.
https://www.presseportal.de/pm/7840/4196765

Zitat von der ZDF-Homepage: „Der bayerische Mittelständler verkauft Markisen und Rollläden übers Internet. Die Stimmung war prächtig – bis eines Tages Post von den bayerischen Finanzbehörden kam. Nach einer Betriebsprüfung hieß es plötzlich, die Firma solle auf alle Werbeanzeigen, die sie in den vergangenen Jahren bei Google geschaltet hat, nachträglich 15 Prozent Steuern zahlen. „Das bedeutet, dass wir von einer Steuernachzahlung im Bereich von zwei bis vier Millionen Euro ausgehen müssen“, sagt Geschäftsführer“
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/wegen-google-und-co-deutschen-mittelstaendlern-droht-insolvenz-102.html

Kommentar 1: Warum verwundert einen das mittlerweile nicht mehr?

Kommentar 2: Die Meldung „deutschen Mittelständlern droht die Insolvenz“ ist wohl etwas fehlgeleitet. Wenn eine Firma 15% auf sieben Jahre Werbeanzeigenschaltung bei Google in Höhe von 2-4 Millionen Euro zahlen soll, stellt sich die Frage: für wieviel Millionen Euro hat die Firma bei Google Werbung geschaltet????? Wie groß ist das Werbebudget im Vergleich zum Produktionsbudget?
Unternehmerisches Handeln heißt auch Risikobewusstsein, Risikostreuung und gesellschaftliche Beobachtungsgabe. Steuerzahlungen in Form von Vorauszahlungen durch den Leistungsempfänger bei Auslandsgeschäften sind kein neues Thema. Dass Google & Co. steuervermeidend arbeiten, ist auch keine Breaking News. Und dass ein Staat, der in 50 „fetten Jahren“ zu träge und bequem war, Haushalts- und Steuereintreibungsdisziplin walten zu lassen („Sorge vor in der Zeit, dann hast Du in der Not“), irgendwann mit dem Rücken an der Wand steht und zu erstbesten Strohhalmen greift, hätte spätestens seit der nachträglichen Besteuerung von Renten auch dämmern können.

(Ironie Start) Idee für die Finanzbehörden: Treibt dann auch gleich Steuern bei jeder staatlichen Behörde ein, die Produkte steuervermeidender Internet- und Software-Riesen nutzt (da fallen mir einige ein). Oder auch bei Privatnutzern, die bei Amazon oder Ikea einkaufen und einen Bezahl-Account bei Dropbox, Onedrive oder icloud besitzen. Verschont weiterhin die Konzern und holt Euch das Geld beim Rückgrat der Gesellschaft; das ist bestimmt gut für die Umfragewerte der sog. „Altparteien“. (Ironie Ende)

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