* Klimapolitik-Sprach-Nebelkerzen aus SPD und CDU + Videos Scientists for Future

Die Wahlschlappe von CDU und SPD rufen nun wieder die Sprach-Aktionisten der beiden alten Volksparteien auf den Plan.

Zitat: „Wir müssen den Klimawandel bekämpfen.“

Entlarvender für das Versagen der Politik kann dieser Satz gar nicht sein, denn er offenbart das Dilemma aktuellen politischen Handelns:
Symptombekämpfungspolitik statt Ursachenbehebung.

Es sind die kleinen Nuancen bei der Wortwahl, die den Ton angeben.
Anstatt den „Klimawandel zu bekämpfen“ wäre es zielführender, die Ursachen für Umweltzerstörung und menschengemachte Erderwärmung  (Flächenversiegelung, Waldrodung u.v.m.) zu bekämpfen.

Formulierungen wie „wir müssen“, „wir sollten“, „wir werden“ sind mittlerweile abgenutzt; das scheint sich jedoch noch nicht überall herumgesprochen zu haben. 🙂


Zitat 2: „Wir haben nicht emphatisch genug auf diejenigen reagiert, die wirklich besorgt sind“.

Kommentar: Klingt toll. Ist jedoch bzgl. des Politikstils entlarvend:

  1. Politik sollte nicht erst dann reagieren, wenn eine kritische Masse besorgt ist.
  2. Politik sollte nicht reagieren, sondern agieren.
  3. Politik sollte spätestens dann reagieren, wenn eine Problemlage offenbar wird und nicht erst dann, wenn die Wähler nach der dritten Wahl endgültig davongelaufen sind.
  4. Wie versteht man den o.g. Satz? Politik soll also gerade mal „empathisch genug“ sein, damit bei „wirklich Besorgten“ zumindest nur der Eindruck entsteht, die Bedenken seien ernst genommen? Könnte es sein, dass der Wähler keine Empathie will, sondern handelnde statt risikovermeidende bzw. änderungsvermeidende Politik?
  5. Was ist der Unterschied zwischen „besorgt sein“ und „wirklich besorgt sein“? Was heißt das im Umkehrschluss? Wer nur besorgt (und nicht „wirklich besorgt“) ist, wird nicht ernst genommen?

Zitat 3: „Klimawandel bekämpfen, ohne dass Industriearbeitsplätze verloren gehen“

Hmm … finde den Denk-Fehler. 🙂

Zudem: Das Pampern und subventionistische Durchfüttern ggf. überholter Industriezweige hat noch nie Arbeitsplätze gesichert, sondern hat deren Verlust nur a) zeitverzögert und b) den Aufbau neuer Arbeitsplätze in neuen Industriezweigen verschlafen, die dann anderswo entstehen, wo die Politik zukunftsorientierter handelte.


Zitat 4: „Wir haben wichtige Dinge beim Klimaschutz versäumt“

Nur gut, dass das Thema nicht schon 30 Jahre alt ist … äh … doch!

„Im Jahr 1987 beantragten die Fraktionen von CDU/CSU und FDP eine Enquête-Kommission zum Thema ‚Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre‘, während DIE GRÜNEN eine Enquête-Kommission zum Thema „Langfristiger Klimaschutz“ einrichten lassen wollten.“

http://ee-waerme-info.i-ner.de/index.php?title=Enqu%C3%AAte-Kommission_%E2%80%9ESchutz_der_Erdatmosph%C3%A4re%E2%80%9C_1987-1990


Zitat 5 – ein symptomatischer  Versprecher?
A.Merkel: „Also die Bundesregierung hat das Thema Klimaschutz immer für sehr wichtig erachtet. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass trotz aller Anstrengungen wir in einigen Bereichen recht gut sind“.

Wie jetzt ??? …. Trotz aller Anstrengungen … in einigen Bereichen recht gut ???

Umkehrschluss: Einfach noch weniger anstrengen, dann wirds ja vielleicht besser .. ???


PS: Solch sprachliche Nebelkerzen finden sich täglich in verschiedensten Themenbereichen bei allen Parteien.


Zum Thema Klimapolik/Energiewende ein Interview
aus dem Youtube-Channel „Jung und Naiv“ von Tilo Jung:

und ein Vortrag „Klimaschutz in Deutschland – Nicht besser als Trump!?“:

Bundespressekonferenz zum Klimaschutz, März 2019:
(nicht wundern, ob der inhaltlichen Klarheit und ob der fehlenden Worthülsen … es ist kein Spitzenpolitiker im Podium) 🙂

Teilen ...