Kolumne: GroKo und die Rentenlüge für Zeitungsausträger…

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In Zeiten, in denen der Politik die Felle des Vertrauens davonschwimmen … in Zeiten, in denen Kritiker von obrigkeitshöriger „Hofberichterstattung“ durch die Medien sprechen, bleibt der Politik eigentlich nur eine Handlungsmöglichkeit. Aber sie entschied sich für die Zweite. Handlungsmöglichkeit 1 wäre gewesen, Vertrauen zurückzugewinnen und den Moralduktus bei vielen wichtigen Themen zu lockern, um zielführende sachliche Debatten wieder zu ermöglichen. Dies hätte die Presselandschaft belebt.

Stattdessen wurde Handlungsmöglichkeit 2 gewählt: Weiter so und zwar zugunsten der Presselandschaft.
Im aktuellen Stand des Koalitionsvertrags findet sich auf Seite 93 folgender Absatz:
„Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte (…) wird bei Minijobs von Zeitungszustellern/innen der Beitrag zur Rentenversicherung, den die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2022, von 15 auf 5 Prozent abgesenkt“.

Klartext: Die Politik subventioniert die analoge Presselandschaft auf dem Rücken der Rentenbeiträge der eh schon unterbezahlten Zeitungszusteller/austräger.

Kommentar:
Dass die inhaltlichen Lücken der deutschen Presselandschaft zu immer größeren Lücken bei den Abonnentenzahlen deutscher Printmedien führen, dürfte keine Wissenslücke sein.
Dass die Abonnenten-Lücke nun als Austragungs-Lücke fehlinterpretiert wird und auf Kosten einer Renten-Lücke bei den Austrägern ausgeglichen werden soll, ist infam, ungerecht und dummerweise auch noch Wasser auf die Mühlen jener Menschen, die laut „Lügenpresse“ rufen werden.
Denn wie heißt es auf Seite 14 desselben Koalitionsvertrags: „Wir sorgen für Stabilität bei der Rente.“
Lück(e) auf, liebe Groko – und schämt Euch!

Quelle Koalitionsvertrag, Seite 93 oben:
https://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/koalitionsvertrag_2018.pdf?file=1

Artikel zum Thema:
https://www.rubikon.news/artikel/raffgierige-zeitungsboten

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