Kolumne: Bares wird Rares – GoBD, Steuerberater und die Abschaffung des Bargelds

Die Zurückdrängung des Bargelds als „antiquiertes“, „kriminell anonymes“ Zahlungsmittel schreitet weiter voran. Bei dieser Debatte sollte man wissen, dass Bargeld Eigentum ist, wogegen ein Kontoguthaben eine Forderung an die Bank darstellt; salopp gesagt: eine Leihgabe.Das Magazin „Smart Investor“ veröffentlichte dazu einen lesenswerten Blogartikel (hier) .

Dem Artikel möchten wir noch eine Facette hinzufügen: eine aktuelle, subversive Entwicklung, die das Bargeld neuerdings von Händlerseite zurückdrängen wird; nämlich die seit Anfang 2018 jederzeit mögliche Kassennachschau bei Unternehmen, Händlern, Firmen, Dienstleistern und Einzelhändlern, bei der von Steuerprüfern nicht nur auf ordnungsgemäße Kassenführung sondern auch digitale, fälschungssichere gobd-konforme Exportmöglichkeiten aller Bargeldumsätze eines bestimmten Zeitraums geprüft werden darf.
Diese Vorschriften ziehen für Händler und Selbständige entweder teure Anschaffungen neuer Kassensysteme oder zumindest neuer Kassenbuchsoftware nach sich oder eben dazu, dass Steuerberater jenen Mandanten, die einen eher geringen Barumsatz haben, dazu raten, die Bargeldkasse abzuschaffen und Spontankäufe von Kunden per ec-Karte oder per Rechnung mit Überweisung abzuwickeln, um so Komplikationen und eventuellen Nachzahlungsschätzungen bei einer solchen Kassennachschau aus dem Weg zu gehen.

Fast könnte man meinen: Eine sich abschaffende Demokratie schafft Elemente der Freiheit nicht selbst ab, sondern gängelt/bewegt ihre Bürger dazu, diese freiwillig aufzugeben. Man muss dazu die abzuschaffenden Dinge einfach nur mit genügend viel Unattraktivität oder Bürokratie überziehen, um andere Lösungsmöglichkeiten attraktiver erscheinen zu lassen. Ein Schelm, der Böses denkt …

Den nachfolgenden Artikel zum Thema möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

http://www.rottmeyer.de/warum-das-bargeld-weg-soll/

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