** Bundeswehr verkauft ungelöschten Laptop?

Da wird der Mittelstand mit DSGVO-Vorschriften überzogen; da setzt man als Einzelunternehmer die DSGVO um und verliert dabei mindestens 3 Monatsgehälter Arbeitszeit, nur um dann mitzubekommen, wie ernst eine staatliche Behörde ihre Vorbildfunktion nimmt?


Laut einem Bericht der Sueddeutschen Zeitung kaufte ein deutscher Nutzer drei Notebooks von der Verwertungsgesellschaft des Bundes. Auf einem der Notebooks war dem Bericht zufolge noch das Betriebssystem installiert. Darauf enthalten waren u.a eine als „Verschlusssache“ gekennzeichnete Bedienungsanleitung eines Raketenwerfers.

Alleine schon die Wortwahl „Raketenwerfer“ ist eine Verharmlosung. Denn dabei handelt es sich nicht um die Bedienungsanleitung für ein schultertragbares Gerät, sondern um ein Militärfahrzeug.

Zitat: „Der Raketenwerfer ist weltweit verbreitet und kam etwa in den Kriegen im Irak und in Afghanistan durch die US-Armee zum Einsatz. Mars kann zwölf Raketen abfeuern, die jeweils Granaten oder Minen ausstoßen.“

Der echte Skandal um den IT-Zustand dieser Bana … Bundesrepublik steckt jedoch in einem Nebensatz: „Durch Eintippen des letzten Benutzernamens als Passwort ließ es sich entsperren.“

Das heißt wohl nichts anderes, als dass

  1. das Notebook direkt nach dem Einschalten das Betriebssystem startet
  2. was wiederum heißt, die Festplatte war nicht verschlüsselt (grober Verstoß 1)
  3. der nach dem Hochfahren angezeigte Benutzername identisch als Kennwort benutzt wurde (grober Verstoß 2)
  4. das Gerät vor dem (Achtung Wortspiel) Ausmustern nicht mit den von den Behörden empfohlenen Löschalgorithmen „erased/gewiped“ (gelöscht) wurde (Verstoß 3)

Im Umkehrschluss:

Ehrenamtliche Vereinsvorstände in Deutschland wälzen sich seit Mai 2018 ruhelos im Schlaf wegen der DSGVO; Kleinbetriebe wurden panisch in die Arme geldscheffelnder Datenschutzanwalts-Kurse getrieben und eine Verwertungsagentur verramscht im Auftrag einer der sensibelsten Behörden des Staates ein ungelöschtes Notebook im Internet, dessen Absicherungs-Zustand (unverschlüsselte Festplatte, Benutzername ist gleich Kennwort) nichts Gutes für die noch aktiven Geräte erahnen lässt?

Großes Kino! Und sicherlich kein Balsam auf die Wunden zunehmender Staatsverdrossenheit bei hart arbeitenden sowie gegen die Nullzins-Zombifizierung und gegen den Bürokratie-Burnout ankämpfender Betriebe und deren Unternehmer / Angestellte.

Wer hat die Bundeswehr eigentlich ministerial unter seiner Verantwortung?
Ursula von der Laien … äh … Leyen.
Moment mal, die Politikerin, die künftig die EU-Kommission leiten soll?
Ja genau die!

Na was soll da schon schiefgehen …. 🙂


Der angesprochene Artikel der SZ:
https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-laptop-verschlusssache-1.4512866

 

 

 

 

 

Teilen ...