* Indien Kryptowährungsverbot? = Halbwahrheit. Das globale Finanzsystem transformiert.

Schnappatmung im Internet: „Indien will den Bitcoin verbieten“. Was steckt dahinter?

Die heutige Informationsgesellschaft ist geprägt von Schlagzeilen, die Klicks produzieren, da sich viele Medien (und Youtuber) über sog. Views (Seitenaufrufe) finanzieren.
Das führt zu teils irreführenden Halbwahrheiten oder gar gelogenen Schockbehauptungen in der Schlagzeile. Wer sich heute auf das Konsumieren von Schlagzeilen verlässt,  erhält meist ein völlig falsches Bild.

Beispiel: „Bitcoin Verbot in Indien – Indische Regierung will Kryptowährungen verbannen“

Oh weh, die ganze Technologie-Revolution bleibt aus. Alles umsonst. Naja das wars dann wohl. Kryptowährungen abgehakt. Denkste!

Hat jemand wirklich geglaubt, dass Staaten ihr Nummer1-Machtinstrument über ihre Bürger aufgeben, zugunsten kaum kontrollierbarer, kaum besteuerbarer, dezentraler Kryptowährungen? Ok, das wäre schön für einen demokratischen Geldwettbewerb, bei dem sich das nachhaltigste Geldvehikel durchsetzt; diese fromme Gedanke ist aber – mit einer bestimmten Dauer an Lebenserfahrung – unrealistisch.

Schauen wir uns mal an, was die indische Regierung aber im Detail verlauten ließ:

„Kryptowährungen eine enorme finanzielle und sicherheitspolitische Bedrohung (…) daher verboten werden sollten.“

OK.

Aber es heißt dort weiter: „Das Gremium sieht DLTs (Distributed Ledger) und die Blockchain-Technik als Innovation und Fortschritt für die Erschaffung von digitalem Geld, auch für die eigene Zentralbank.“

Kurzum:

Wer nur die Schlagzeilen konsumiert, denkt „Digitalwährungen kommen nie“. (Leimspur)

Wer die ganzen Inhalte recherchiert, sieht – anhand dieses kleinen indischen Beispiels – das Digitalwährungen ein (ggf. gewollter) Gamechanger im Finanzsektor sind. Das internationale Banken- und Finanzwesen befindet sich ggf. technisch in einer der größten Umbauphase seit etlichen Jahrzehnten (ggf. ähnlich damals dem Sprung von schnöden Modem-BBS auf das WordWideWeb).Die Bank of England, die EU, JP Morgan, Fidelity, Bank of America und viele mehr beschäftigen sich mit dem Thema digitaler Assets, Blockchain etc, während z.B. die Deutsche Bank (symptomatisch) sich mit sich selbst (und daher mit der Gründung einer „Bad Bank„) beschäftigt.

Dezentrale, staatlich kontrollierte Kryptowährungen wären zwar Grundverrat an der Konstruktionsidee des Bitcoin, aber vielleicht war der Bitcoin ja nur ein Testballon, um die Konsumenten schon mal Erfahrungen sammeln zu lassen und Skepsis („kenn ich nicht, nutz ich nicht“) abzubauen. Ob dem so ist ? Time will tell.

Eines steht jedoch fest: Die Blockchain-Technologie wird – nicht nur im Bankenwesen und nicht nur im staatlichen Geldwesen – für Fortschritt, Innovation und/oder Veränderungen sorgen (z.B. Contracts, Internet of Things-Echtzeit-Kommunikation u.v.m.).

 

 

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