** Kinder zum Energiesparen erziehen? Oder mit SmartHome hinterherräumen? Ist zuviel Haustechnik kostensparend und nachhaltig?

Rolläden über Bus-Systeme steuern anstatt aufzustehen und einige Knöpfe zu drücken? Vergessene Heizkörper übers Handy regeln? Das Licht im Kinderzimmer aus dem Büro per Handy aussschalten? Das ganze Haus mit Steuer- und Regeltechnik ausstatten? Eine kurze Kolumne.

Wir erhielten im letzten Winter einige Anfragen dieser Art:
„Die Kinder lassen, wenn Sie im Herbst zur Schule gehen, immer das Licht und die Heizung ihrem Kinderzimmern an. Gibt es eine technische Lösung, dass wir Eltern via Smartphone das Licht bzw. die Heizkörper in den Kinderzimmern ausschalten bzw. runterregeln können?“

Irritiert stellten wir die Gegenfrage:
Wäre ein kurzer Dialog und Erziehung nicht besser als Technik? Wäre eine Taschengeldkürzung bei unnötiger Verursachung von Heizkosten nicht die bessere Wahl. Wäre eine Verhaltensänderung evtl. nachhaltiger? Wäre das händische Runterdrehen des Heizkörpers vor dem allmorgentlichen Verlassen des Kinderzimmers für den Haushalt nicht auch günstiger als die Neuanschaffung/Verbauung von Geräten, die immer wieder durch Fachleute zu warten oder neu zu konfigurieren sind?

Das scheint die heutige Crux des Menschen zu sein. Mehr bequeme (aber teils teure) Technik statt kostengünstige Verhaltensmuster. Mehr Staat statt mehr Eigenverantwortung. Mehr Fremdbestimmung anstatt „unsichere“ Freiheit.

Aber zurück zum Smarthome.

Smarthome und Gebäudetechnik kann durchaus Sinn machen und Energiesparen; z.B. in Firmengebäuden oder Bürokomplexen.

Aber wenn im eigenen Haus das „SmartHome“ nicht mehr als eine Spielwiese für „coole“ Väter ist, sollte die Frage erlaubt sein, ob für das Kind der Vater cooler wäre, wenn er – statt fragwürdige Haustechnik zu kaufen – mit seinem Kind über energiesparende Verhalten redet und von dem eingesparten Geld einen Löt- oder Elektronik-Kurs besucht.

Sich aktiv mit seinen Kindern zu beschäftigen und mit Ihnen zu reden dürfte das bessere Investment (auch für das Selbstwertgefühl des Kindes) sein als sich abendelang mit Funk-Thermostaten, WLAN-Glühbirnen und amoklaufenden Beleuchtungssteuerungen herumzuschlagen und anschließend auch noch den Frust darüber, dass man die schlechte Anleitung nicht versteht, an seinen Kindern auszulassen. 🙂


Die folgenden Artikel werfen die Frage auf, ob Haustechnik wirklich nachhaltig oder kostensparend ist:

https://www.capital.de/immobilien/5-gruende-fuer-die-enttechnisierung-des-hauses

https://www.sonnenseite.com/de/wirtschaft/warum-enttechnisierung-das-gebot-fuer-guenstiges-wohnen-ist.html

 

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