** !! Windows 7 erhält ab 14.01.2020 keine Updates mehr – was nun? !!

Microsoft wird ab dem 14.01.2020 für Windows 7 keine Sicherheitsupdates mehr anbieten. Windows 7 zeigt seit Ende April eine entsprechende Meldung an. Die Verunsicherung ist groß. Besteht sofortiger, dringender Handlungsbedarf?

Für unsere Kunden haben wir eine kostenfreie Info-PDF-Datei zum Thema erstellt.


Brauche ich zwingend einen neuen Rechner?

Nicht unbedingt. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, den Windows-Rechner (egal ob Notebook oder Stand-PC) ohne Windows-Lizenzkosten auf Windows 10 hochrüsten und danach anpassen zu lassen. In vielen Fällen verbinden wir das in unserem Kundenkreis mit dem Umstieg des Rechners auf eine neue Festplatte; idealerweise eine sog. SSD-Festplatte, die den Rechner (sofern bislang eine „klassische“ Festplatte enthalten war) um Faktor 5-15 beschleunigt. Ob ein Wechsel auf eine SSD klappt, hängt auch vom Bios ab.

Je nach Ausstattung und verbauten Chips im Rechner klappt ein solches Update von Win7 auf WIn10 ohne Neuinstallation. Als Daumenregel gilt: Ist ein Rechner nicht älter als 5-8 Jahre, kann so ein „Umstieg light“ gut gelingen; sofern es damals kein Rechner mit schlechten CPU-Chip- oder Grafikchip-Sätzen war.
Wir prüfen das im Einzelfall für unsere Kunden.

Es gibt – ideal für Rechner mit komplizierter und aufwändig zu installierender Software-Umgebung – auch die Möglichkeit, den auszumusternden Rechner zuerst von einem Fachmann auf Windows 10 hochziehen und diese Installation dann in ein neues Gerät migrieren zu lassen.
Das Resultat ist ein neuer, schneller Rechner ohne aufwändige Neuinstallation aller Programme und Daten. Auch dies prüfen wir im Einzelfall.


Welchen Prozessor sollte mein „alter“ Rechner für einen Win10-Umstieg
mindestens haben?

Für den Wechsel auf Win10 sollte der PC mindestens einen 2-Kern-Prozessor besitzen, idealerweise einen Intel Core2Duo (Schmerzgrenze), idealerweise einen Intel Core i3 oder höher. Probleme gibt es insbesondere mit älteren AMD-2Kern-Prozessoren (Athlon, Turion etc).


Welchen Grafikchip sollte mein „alter“ Rechner für einen Win10-Umstieg mindestens haben?

Manch ältere PC-Grafikkarten führen ebenfalls zu Problemen bzw. starken Verlangsamungen.

Bei Onboard-Grafikchips von Intel sollte es mindestens eine Intel HD4000 sein.

Geforce-Grafikkarten/Chips unter der GT400er-Reihe sollten ein K.O.-Kriterium sein.

Die unterste (jedoch ätzende) Schmerzgrenze bei AMD-Grafikkarten ist die Radeon HD-5000er-Reihe; Spaß macht sie unter WIndows10 beim Seitenbaufbau von Internetseiten jedoch nicht wirklich.
Bei Stand-PCs ließe sich ggf. eine stärkerer Grafikkkarte nachrüsten.

Von Notebooks mit Grafikchips wie Intel HD 3000 (und darunter) sollte man sich verabschieden; die Rechner werden z.T. unter Win10 selbst mit einer SSD quälend langsam, sofern sie das nicht eh schon seit Jahren sind, da keine geeigneten Grafiktreiber mehr zur Verfügung stehen, die die CPU entlasten.


Was ist mit meiner Büro-, Finanz- und Branchensoftware?

Es gibt bereits Software-Hersteller, die ihre Nutzer zu einem Wechsel auf Windows 10 drängen, das sie ab Herbst 2019 keine Software-Updates für Windows 7 mehr herausbringen. Die Hersteller informieren hierüber dann meist mit eigenen Newslettern, Programmeinblendungen etc.


Was ist mit alter Software, alten Druckern/Scannern, MS-Office etc?

Ein Wechsel auf Windows 10 bedeutet eine stark veränderte Betriebssystembasis. Es kann durchaus sein, dass ältere Programme nach dem Umstieg nicht mehr laufen und dass Geräte-Treiber (Drucker/Scanner etc) neu installiert – oder alte oder exotische Peripherie-Geräte gar ausrangiert – werden müssen.
Eine Auflistung würde hier zu weit führen. Nur so viel:

Insbesondere von älteren Spielen wird man sich unter Windows 10 trennen müssen.
Das betrifft auch auf Plattformen wie Steam gekaufte Spiele, die z.B. aus der frühen Zeit von Windows 7 oder aus Zeiten von Windows Vista und früher stammen.

MS-Office/Outlook/Word 2003/207/2010/2013/2016/2019 funktionieren unter Windows 10, wobei der Einsatz von alter Office-Software aus Sicherheitsgründen sehr fragwürdig ist. U.U. funktioniert auch noch die letzte MS Works Version (ca 2003).

Da Windows 10 jedoch zweimal im Jahr ein umfassendes Betriebssystemupdate durchführt, gibt es keine Garantie dafür, dass alte Programme, die jetzt unter Windows 10 laufen, es in einigen Jahren auch noch tun.


Was ist mit Standard-Freeware / Standard-Software?

Programme wie

  • Firefox, Thunderbird, Google Chrome, Opera, Internet Explorer
  • Open Office, Libre Office, MS Office (ab 2000/2003; meist ist eine erneute Lizenzaktivierung erforderlich),
  • Audiograbber, CdBurnerXP, Ashampoo Burning Studio
  • Paint.Net, Irfanview, Gimp, Photoshop, Adobe CreativeCloud, Corel Draw ab ca 2010,
  • PdfCreator, Pdf24Creator
  • Dragon Speaking (ab v9, ggf. auch frühere)
  • unsere Datensicherungssoftware (ab ca 2015)

laufen fehlerfrei unter Windows 10. Natürlich auch die gängigen Antivirusprogramme und überleben unsere Methode des Win7-Upgrades auf Windows 10 problemlos.


Was ist mit Spezialsoftware?

Hier ein Auszug von Programmen, die bei unserer Upgrademethode von Windows7 auf Windows10 problemlos oder Windows 10 funktionierten:

  • Finanzen: Starmoney, VRnetWorld, SFirm, Lexware, ElsterFormular
  • mediz. Praxis-Software: Medistar, Turbomed, Z1, Ifa, Ifa PraxisCenter, Custo Diagnostic, Starnet Labor,CGM Praxisarchiv, CGM Praxistimer, CGM Assist, datalineZ, DZR, Sidexis, Examion (ggf. telef. neuaktivierug nötig)
  • mediz. Gerätetreiber: Orga 900 mobiler KV-Kartenleser Mobil, Cherry ST2000 usb-KV-Kartenleser
  • Autohaus-Anwendungen: Dialogys, Werkstattplaner 3, Logbus, IBm iaccess 6, Silverdat, Renault.Net inkl. USB-Dongle, Safenet Authclient
  • Bürosoftware: Orgamax, Datev Unternehmen Online, u.v.m.
  • spezielle Branchensoftware: Textil.exe, Inhouse
  • Antivirus: Kaspersky, Sophos, Panda, F-Secure, GDATA (Konfig. muss vorher gesichert, GDATA-Programm deinstalliert, nach Win10-Upgrade neu installiert werden), McAfee Viruscan Enterprise (ab 8.8), Mcafee Endpoint Security (ab 10.1)
  • Nadeldrucker: Epspn LQ630, Epson LQ300(+), OKI ML3390

Was ist mit Windows 8?

Windows 8.1 wird noch bis Januar 2023 mit automatischen Sicherheitsupdates versorgt.
Sofern Ihr Windows 8-System meldet, dass es „abläuft“, haben Sie wahrscheinlich noch Windows 8.0. Hier ist ein lizenzkostenfreies Upgrade auf Windows 8.1 möglich.

Sofern Ihr Windows 8-System sauber funktioniert, besteht eigentlich kein Handlungsbedarf zum Umstieg auf Windows 10 (never change a running system).


Zur Zeitplanung … wann von Win7 auf Win10 umsteigen?

Im Dezember 2019, Januar 2020 und Februar werden sämtliche EDV-Dienstleister mit Umstellungsaufträgen überrannt werden, vermutlich dann auch durch eilige Geschäftskundenfälle, wenn sich herausstellt, dass das neue Quartals-/Jahres-Update der Branchensoftware nicht mehr unter Windows 7 läuft oder der Softwarehersteller keine Hilfe mehr anbietet, wenn ein Windows 7-System beteiligt ist.

Je früher Sie einen Wechsel andenken bzw. zumindest ihre Einzelfall-Optionen prüfen lassen, desto reibungsloses wird der Umstieg erfolgen.


Funktionieren Windows 7-Rechner nach dem 14.01.2020 weiterhin?

Ja. Kein Rechner wird am 14.01.2010 seinen Betrieb verweigern. Jedoch gibt es ab diesem Datum keine Sicherheitsupdates mehr; d.h. von Monat zu Monat wird Windows 7 unsicherer werden. Das ist jedoch kein Freibrief zur Sorglosigkeit.


Was ist mit meinem Virenschutz unter Windows 7?
Ist der ab Januar 2020 auch betroffen?

Nein; bzw. die ersten Jahre wahrscheinlich nicht.
Virenschutzprogramme (z.B. G-DATA, Kaspersky, F-Secure, Sophos, Norton/Symantec, Avast, Bitdefender, Avira etc) werden auch nach dem 14.01.2020 ihre täglichen Sicherheitsupdates erhalten. Erfahrungsgemäß dauert es mind. 2-3 Jahre, bis die ersten Hersteller von Antivirusprogrammen abgekündigte Windows-Versionen nicht mehr unterstützen.
Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Zudem kann es sein, dass ein Antivirusprogramm gegen die Ausnutzung der Sicherheitslücke einer alten Windows-Version machtlos ist.

 

 

 

 

 

 

 

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