** Warum der Staat Zombiefirmen nicht retten sollte … (Condor nutzt Staatshilfe für Preissenkungen?)

Staatlicher Rettungswahn – ohne Worte – „Nach Staatskredit lockt Condor mit Billigangeboten“

Immer wieder wird man kritisiert, wenn man postuliert, der Staat solle sich aus der Rettung angeschlagener und maroder Firmen heraushalten. Man müsse doch die Arbeitsplätze retten … man könne doch nicht einfach eine Firma wie Condor pleite gehen lassen. Kann man nicht! Nein! Das ist unverantwortlich!

Gegenargument: Die geretteten Arbeitsplätze werden dadurch unkreativ und verschwenderisch, unglücklich in unproduktiven, ausgedienten Branchen künstlich am Leben erhalten und gebunden, während uns an vielen anderen Stellen Fachkräfte fehlen. Wer Trends verschläft, wer Kredite nicht zurückzahlen kann, wer für seinen Betrieb nicht nachhaltig wirtschaftet, wem Umsatz und Marktanteile wichtiger sind als Rücklagen, wer Gewinne an Aktionäre, Vorstände ausschüttet bzw. an die Konzernmutter abfüttern muss anstatt sie in neue Entwicklungen oder Rücklagen zu re-investieren, hat marktwirtschaftlich nichts anderes verdient als Zahlungsschwierigkeiten und letztendlich die Pleite. Es gab mal Zeiten, da haftete man für sein selbst gewähltes unternehmerisches Risiko.

Oder auf die Kindeserziehung übertragen: Wer immer getragen auf immer wieder aufgehoben wird, lernt nie selbst das laufen und macht sein ganzes Umfeld von sich abhängig.

Zurück zum Ursprung dieses Blogposts:

Der Staat Der Steuerzahler bürgt für einen 380-Millionen-Kredit an Condor.
Nur wenige Tage später auf SPIEGEl.DE: „Nach Staatskredit lockt Condor mit Billigangeboten“
https://www.spiegel.de/wirtschaft/condor-lockt-mit-billigangeboten-konkurrenz-ist-erbost-a-1290026.html

Na das hat sich doch gelohnt. Nicht nur, dass die Steuerzahlergelder nichts zur Sanierung beitragen, nun wird auch noch die Zahl der Billigflüge erhöht, während derselbe Staat dem Steuerzahler wegen des bösen, bösen Klimas höhere Steuerabgaben aufbürden will, weil Fliegen und Autofahren ja vieeeeel teurer und unlukrativer werden müssen.
Die Rettung von Condor ist eine weitere Marktverzerrung, die auch noch jenen (gesunden!) Fluglinien/Veranstaltern schaden, die angemessenere Preise verlangen und von Niemandem gerettet werden, weil sie nicht „too big“ sind. Die aktuelle Rettungspolitik beschleunigt die Verteilung (privat) von Arm nach Reich und (unternehmerisch) von Klein nach Groß.

Und was ist die Lehre für die Konsumenten von Billigflügen? Sollte man sich wegen des klammen Klima und wegen klammer Fluglinien eventuell überlegen, die Umwelt zu schonen und am Boden zu bleiben? Nein! Der Staat holt uns mit Steuerzahlerkrediten ja bestimmt wieder heim. Und überhaupt: Das ist mein Urlaub. Den hab‘ ich mir verdient! Immerhin habe ich mich ja 11 Monate abgerackert, mehr als 50% davon Steuern gezahlt (auf dem Lohnzettel, beim Tanken, beim Einkaufen). Exakt jene Steuergelder, die nun Condor retten und meinen Urlaubsflug so billig machen. Exakt jene Steuergelder, die stets stärker abgepresst werden und für die immer mehr gearbeitet werden muss … äh, Moment mal … da zwickt sich die Katze in den Schwanz. Staatsinterventionismus at it’s best!

Ok, man könnte jetzt entgegnen: Aufgrund des gesunkenen Vettrauens in Condor und der Angst, im Reiseziel festzusitzen, sind die Buchungszahlen bei der Tochter Condor eingebrochen. Insofern bliebe Condor nichts anderes übrig, als Verlustminimierung zu betreiben, indem Flugzeuge (durch Billigangebote) wenigstens halbwegs mit Passagieren besetzt werden können.
Ok. Aber: 1.) Verlustminimierung ist immer noch Verlust. Und 2.) wer mit unproduktiven Preisen unausgelastete Investionsgüter auszulasten versucht, verschleist diese Investitionsgüter, ohne Rücklagen bilden zu können. Und dass Condor profitabel arbeitet half nichts, wenn die Konzernmutter stets die Gewinne abgesaugt hat. Zombie bleibt Zombie. Und ein „gesunder“ Betrieb, der per Aderlass-Dauerverbindung an einer Zombiemutter hängt, ist nüchtern betrachtet, ebenfalls ein Zombie, sofern die Verbindung nicht schnellstmöglich gekappt wird, was juristisch problematisch sein dürfte, zumal die Insolvenzverwalter verstärkt nach den den letzten profitablen Organen im Zombiekörper suchen (wohl auch nicht aus Eigennutz).

Der Kaiser ist nackt; es darf halt nur keiner sehen.

Das Manager Magazin im März 2018 schrieb über Zombiefirmen (Firmen, die entweder vom Staat oder durch die politische Zinsdrückung auf Nullzinsniveau sich gerade noch neuverschulden können, um alte Kredite abzuzahlen):
„Ein immer größerer Anteil der Unternehmen ist bei ehrlicher Betrachtung insolvent. Eine solche ehrliche Betrachtung kann und will sich niemand leisten, denn dann fällt die Illusion der überwundenen Krise in sich zusammen. Steigen die Zinsen, ist das Spiel vorbei. “
https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/daniel-stelter-firmen-zombies-schaden-unserem-wohlstand-a-1198866.html

Unser Blogartikel über die „EZB-Zombies“ vom September 2019:
* Der erste große Zombie ist gekippt? Rezession? Nicht in den Medien 🙂 15% Zombiefirmen in EU


Condor-Angebot: für 159EUR in die Karibik (5.10.2019)

Was ? Oh klasse, gleich buchen!

Man sieht sich beim 159 EUR Condor-Flug in die Karibik, schaut auf dem Flug die neuste Staffel „The walking dead“ und bemerkt nicht, dass man gerade selbst in einem Flugzeug eines Zombieunternehmens sitzt inmitten unter dutzenden anderen Zombiekonsumenten. (ironie aus)

PS: In welchem Jahr sank eigentlich zuletzt der CO2-Ausstoß? Richtig … im Rezessions-Jahr nach dem Ausbruch der letzten Finanzkrise. Danach warfen die Notenbanken die Geldpressen an, retteten Banken, Firmen, Volkswirtschaften und verpassten der Wirtschaft unnatürliche und ungesunde neue Wachtsumsimpulse und damit weiterer Raubbau an Mensch, Zeit und Planet. Vorwärts immer! Pausieren und durchatmen verboten!

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