** Infektionsrisiko in schlecht/falsch gelüfteten Räumen 70fach höher?

Sagt wer? Sagt laut Bayern5-Radionachrichten vom 29.10.2020 eine Studie. Nein doch oh!

Aber Achtung! Lüften ist nicht Lüften!
Das Dauerkippen von Fenstern reicht nicht, denn dies wälzt infektiöse Luft von Person A nach Person B und macht die Raumdurchseuchungs-Zeitverzögerung durch 0815-Masken zunichte. Wichtig ist der Luftaustausch mit Frischluft!
Richtig lüften: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/alltag-in-zeiten-von-corona/regelmaessig-lueften.html

Kurzvideo zum Thema Raumluftverteilung („dauergekippte Fenster sind keine gute Idee“)

Dass das Lüften die Hauptwaffe für Herbst und Winter werden würde, war absehbar. Aber irgendwie hat darüber niemand flächendeckend informiert. Dabei war die dunkle Wolke am Horizont längst erahnbar und für jeden recherchierbar. (es gibt da dieses sogenannte Internet). Zudem ist es ja nicht so, als hätte das Covid-19-Virus die sogenannte Aerosolinfektion erfunden und patentiert. Hier ein Artikel von 2014 bzgl. der Corona-Spezies MERS-CoV, der beschreibt, dass in einem schlecht/ungelüfteten Raum Aerosole eines (eines!) Patienten knapp 26 Stunden infektiös sein können.
Ich wiederhole mich: Das Corona-Schutzmaßnahmen-Marketing war und ist desaströs.

Nachfolgend alle Artikel aus diesem Blog zum Thema Aerosolinfektion und/oder Lüften:

16.Mai 2020
** Corona – Sport , Singen, Sprechen, Husten, geschlossene Räume – Abstand und Masken – Bilder sagen mehr als Worte

7.August 2020
* Corona: Schnelle Rückkehr zur Normalität fraglich. Aerosol-Forscher im Interview; internationale Beobachtungen und Maßnahmen

15.Oktober 2020
** neue Corona-Regelungen – Vogel Strauß Versäumnisse führen erneut zu kopflosen Hühnern

23.Oktober 2020
*** Corona: richtiges (!!) Lüften + Maske besser als stundenlange Dauermaske ohne Lüften?

Auch das Portal „Lungenärzte im Netz“ schrieb im August 2020:

Wie viel höher ist die Gefahr in Innenräumen als draußen? Darauf gibt es keine konkreten Aussagen. Das lasse sich nicht so genau beziffern, erklärt eine RKI-Sprecherin. Scheuch verweist auf eine Studie aus China, nach der von untersuchten 318 Ausbrüchen mit drei oder mehr Infektionsfällen ein einziger im Freien stattgefunden hat. Die Auswertung bezieht sich auf Daten von Januar und Februar – also bei Lieber-Drinbleiben-Wetter.
(…) Ganz grundsätzlich kann man festhalten, dass bei althergebachten Luftwechselraten in Wohn- und Bürogebäuden die Erreger über Stunden im Raum verbleiben. (…)
Die kalten Jahreszeiten Herbst, Winter und wohl auch noch Frühling bringen also ein großes Problem mehr mit sich.

https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/warum-die-corona-gefahr-in-innenraeumen-waechst/

Bleibt die Frage: Es war alles bekannt. Es war alles abzusehen. Es war alles geschrieben, Aber warum hat es niemand mitbekommen? Die vollvernetzte Informationsgesellschaft hat kläglich versagt!

Meine Theorie: Diesen Lockdown verdanken wir nicht den Schulen; denn dort wird regelmäßig stoßgelüftet. Vielleicht lag es an schlecht lüftenden und maskendisziplinlosen Betrieben, Geschäften, Läden, Clubs, Bars, Privathaushalten und Autofahrgemeinschaften? In etlichen Firmen sowie insbesondere in Gebäuden, die noch eine Baustelle sind wird keine Maske getragen, ebenso auf „Begegnungsflächen“ (Flure, Treppenhäuser).
In vielen Büros und Haushalten scheint (gemäß einer alten Erzählung von Edgar A. Poe) zu gelten:
„Mein Gebäude ist meine Schutzburg (Anm. falsch!); da brauche ich, wenn Techniker, Kunden oder Besucher kommen, keine Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Das ist nicht nur falsch sondern auch respektlos gegenüber Mitarbeitern, Technikern und Besuchern sowie deren Firmen und Familien.

Hoppla, es war auch schon bekannt, dass schlecht gelüftete Räume – insbesondere Büros – eine Gefahr darstellen; hier ein Artikel vom 6.Mai 2020:
https://www.businessinsider.com/coronavirus-risk-higher-tight-indoor-spaces-with-little-air-flow-2020-5?r=DE&IR=T

Die in der Überschrift angesprochene Studie konnte ich bislang nicht finden (30 Minuten erfolglose Recherche in deutsch und englisch); jedoch ein anderes schönes Fundstück aus dem Wissenschaftsmagazin „Nature“:

„Laboratory experiments reveal that SARS-CoV-2 favours cold, dry conditions, particularly out of direct sunlight. For instance, artificial ultraviolet radiation can inactivate SARS-CoV-2 particles on surfaces and in aerosols, especially in temperatures of around 40 °C. Infectious virus also degrades faster on surfaces in warmer and more humid environments. In winter, people tend to heat their houses to around 20 °C, and the air is dry and not well ventilated, says Dylan Morris, a mathematical biologist at Princeton. “Indoor conditions in the winter are pretty favourable to viral stability.”

https://www.nature.com/articles/d41586-020-02972-4

Wie es weitergehen wird? Ich tippe auf folgenden Verlauf: Anfang Dezember wieder leichte Lockerungen. Mitte Dezember steigende Zahlen. Von 22.Dezember bis 10.Januar tippe ich – um die Volksseele nicht zum kochen zu bringen – auf einen Reverse-Lockdown, d.h. Betriebe/Geschäfte/Gastronomie/Bars/Kultur/Clubs müssen – bis auf Lebensmittel/Supermärkte – schließen bzw. extrem isolieren, während kleine Privattreffen im Familienkreis (für die Weihnachtszeit) erlaubt sind. Spannend dürfte es bzgl. Regelungen am Sylvesterabend werden, denn an Sylvester ist – im Gegensatz zu Weihnachten – die ausserfamiliäre Durchmischung viel höher. Moment mal, wenn wir grade bei Sylvester sind da gabs doch auch Studien: Feinstaubbelastungen erhöhen die Covid19-Todesfallraten um 15%. Wäre mal ein guter Anlass, die Böllerei auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren und das Geld stattdessen Bekannten zu schenken, die im Schichtdienst des Gesundheitswesens arbeiten.

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