** Corona – Rauchen = Risikofaktor … und Feinstaub? (Norditalien?)

Einige neue Verdachtsmomente:

Rauchen = Risikofaktor

Zitat aus einem Artikel der NZZ:

„Ärzte, die schon Covid-19-Patienten behandelt haben, geben an, dass auch bei ihnen Raucher ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf aufwiesen und häufiger eine intensivmedizinische Behandlung inklusive maschineller Beatmung benötigten. Einige Experten äussern gar den Verdacht, dass manche der unter 40-jährigen Patienten wegen des Rauchens einen in ihrer Altersgruppe eigentlich seltenen schweren Verlauf von Covid-19 durchlitten.
Die täglichen Zigaretten haben zudem noch einen indirekten negativen Effekt. Denn Rauchen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Diabetes. Menschen mit diesen Krankheiten entwickeln bei einer Sars-CoV-2-Infektion viel eher schwere und auch tödliche Lungenerkrankungen als Personen ohne diese Vorbelastung.
Manche Experten erklären die Tatsache, dass in vielen Ländern mehr Männer als Frauen an Covid-19 erkranken und sterben, auch damit, dass mehr Männer als Frauen rauchen. Doch das ist derzeit nur eine Vermutung. Ebenso wie die Spekulationen, dass bei Rauchern das Protein ACE2 vermehrt auf der Oberfläche von Lungenzellen sitze. Dieses Molekül wird von Sars-CoV-2 als Andockstation missbraucht.“
ganzer Artikel: https://www.nzz.ch/wissenschaft/corona-rauchen-ld.1548837

Artikel von „Lungenärzte im Netz“:
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/rauchen-erhoeht-corona-erkrankungsrisiko/


Feinstaub? Warum ist Norditalien, warum sind Großstädte vielleicht nicht nur wegen der Bevölkerungsdichte so stark betroffen?

Ein Schweizer Arzt berichtet (Artikel vom 14.März 2020):

„Laut den Angaben des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts ISS liege das Durch­schnitts­­alter der positiv-getesteten Verstorbenen in Italien derzeit bei circa 81 Jahren.
10% der Verstorbenen seien über 90 Jahre alt. 90% der Verstorbenen seien über 70 Jahre alt.
80% der Verstorbenen hatten zwei oder mehr chronische Vorerkrankungen. 50% der Verstorbenen hatten drei oder mehr chronische Vorerkrankungen.
Zu den chronischen Vorerkrankungen zählen insbesondere Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Atemprobleme und Krebs.
Bei weniger als 1% der Verstorbenen habe es sich um gesunde Personen gehandelt, d.h. um Personen ohne chronische Vorerkrankungen.
Nur circa 30% der Verstorbenen seien Frauen.
Bei den zwei italienischen Verstorbenen unter 40 Jahren (beide 39 Jahre alt) habe es sich um einen Krebspatienten sowie um einen Diabetes-Patienten mit weiteren Komplikationen gehandelt. Auch hier sei die genaue Todesursache noch nicht klar (d.h. ob am Virus oder an den Vorerkrankungen).
(…)
Norditalien habe eine der ältesten Bevölkerungen sowie die schlechteste Luftqualität Europas, was bereits in der Vergangenheit zu einer erhöhten Anzahl an Atemwegserkrankungen und dadurch bedingter Todesfälle geführt habe. Dies sei als zusätzlicher Risikofaktor zu sehen.

Der Artikel enthält folgende Grafik:

https://swprs.files.wordpress.com/2020/03/italy-smog.png?w=550&h=309
…………..Grafik Luftverschmutzung in Italien / Februar 2020…………

Die Grafik sieht nach stark konzentrierter Luftverschmutzung in Norditalien aus. Was findet man noch dazu im Internet?
Eine Google-Suche nach „Italien Feinstaub 2015“ (um aktuelle Artikel zu vermeiden) liefert z.B. einen Artikel des Berliner Tagesspiegels.

„Beim Smog ist Italien das China Europas“
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/luftverschmutzung-beim-smog-ist-italien-das-china-europas/12668866.html

Italien wurde von der EU mehrere Jahre lang wiederholt folgenlos wegen zu hoher Feinstaub-Emissionen verklagt.
(Deutschland übrigens auch)

Das obige Bild legt nahe, dass der Smog des industriell geprägten Norditaliens zusätzlich noch an den Alpen „hängenbleibt“ und sich in Nordtitalien aufstaut.
Googeln wir also mal nach „Smog Norditalien Alpen Wetterlage“. Wir finden z.B. diesen Artikel:
https://www.air-q.com/blog/coronavirus-feinstaub-beschleunigte-ausbreitung-in-norditalien

Zitat:
„Die Analyse ergab eine Beziehung zwischen den Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte für PM10-Konzentrationen, die im Zeitraum zwischen dem 10. und 29. Februar festgestellt wurden, und der Zahl der mit COVID-19 infizierten Fälle, die auf den 3. März aktualisiert wurde (unter Berücksichtigung einer Inkubationszeit von 14 Tagen). “Je mehr Feinstaub-Partikel es gibt, desto mehr Autobahnen werden für die Ansteckung geschaffen. Es ist notwendig, die Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren, in der Hoffnung auf eine günstige Meteorologie.“ (Gianluigi de Gennaro, Universität Bari)“

Dem obigen Tagesspiegel-Artikel ist zu entnehmen:

„Am stärksten belastet ist in Italien die Po-Ebene mit ihren Ballungs- und Industriezentren von Turin über Mailand bis Venedig. Die Gegend, in der über 15 Millionen Menschen leben und annähernd gleich viele Autos und Lastwagen ihre Abgase ausstoßen, zählt aufgrund seiner Geographie zu den am schwächsten belüfteten Regionen Europas. Der zähe Winternebel im Tiefland zwischen den Gebirgszügen der Alpen und des Appennin ist berüchtigt; mit ihm und den Inversionswetterlagen hält sich der Smog wie ein Deckel wochenlang über den Städten.“

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