** Corona – Sport , Singen, Sprechen, Husten, geschlossene Räume – Abstand und Masken – Bilder sagen mehr als Worte

Diesen Artikel weiterempfehlen / einem Freund senden:

Wissenschaftliche und professionelle Versuchsaufbauten sind oftmals verlässlicher und anschaulicher als Alltagsmeinungen.

Daher folgen nun einige aerodynamische- und strömungsmechanische Analysen zur Abstandsregelung und zur Schutzmasken-Debatte, die auch dazu dienen können, den eigenen Kindern oder Familienmitgliedern ein bildhaftes Verständnis für die Abstandsregelungen zu vermitteln. Das in geschlossenen Räumen ggf. Abstandsregelungen nicht helfen, legt eine US-Studie nahe. Die folgenden Bilder sind natürlich auch auf andere Fälle jenseits Corona übertragbar …

Corona und Sport: Zwei Meter reichen nicht? (es kommt auf die Position an)

Eine Untersuchung zum Coronavirus kommt zu dem Ergebnis, dass der bisher empfohlene Abstand beim Sport im Freien nicht ausreicht, um den Kontakt mit Speicheltröpfchen anderer Sportler in der Luft zu umgehen. (…) Die Forscher beobachteten das Ausstoßen von Speichelpartikeln während verschiedener Bewegungen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten (Gehen und Laufen). Dabei veränderten sie auch die Position des nachfolgenden Gehers bzw. Läufers: Mal bewegte man sich nebeneinander, dann diagonal versetzt hintereinander und schließlich direkt hintereinander. Derartige Modelle werden normalerweise genutzt, um sportliche Leistungen zu analysieren und zu verbessern, da es in vielen Sportarten und Disziplinen einen positiven Effekt hat, wenn man sich in der Luftströmung von Vorderfrau oder -mann bewegt. In Zeiten von Corona ist das allerdings nicht zu empfehlen.“
Quelle:
https://www.dw.com/de/corona-und-sport-zwei-meter-reichen-nicht/a-53076008

(c) Bert Bloeken, al/TU Eindhoven & KU Leuven

(c) Bert Blocken, al/TU Eindhoven & KU Leuven

Hier die wissenschaftliche Abhandlung „Social Distancing for walking and running“, als PDF
http://www.urbanphysics.net/COVID19_Aero_Paper.pdf


Und wie es aus mit privatem Indoor-Sport? Singen?

Der menschliche Bauchverstand sollte eigentlich zur der Einsicht fähig sein, dass die 1,5m Abstandsregelung nur für das normal-laute Sprechen und normales Atemverhalten ausgelegt sind. Stärkeres Ausatmen, volumengrößerer Ausatmen, lautes Sprechen, Rufen, Schreien und Husten sorgt zwangsläufig für einen größeren und weiteren Aerosol-Ausstoß.

Corona-Aerosole fliegen beim Singen bis 20 Meter weit, aber ….

„Beim Singen entsteht aber ein derartiger Luftdruck, dass die Aerosole bis zu 20 Meter weit geschleudert werden können“ (…) Deswegen dürfe auch in den Kirchen noch nicht wieder gesungen werden. Bei Chören käme noch das Problem dazu, dass es schwierig sei, die akustischen Anforderungen mit den erforderlichen Mindestabständen in Einklang zu bringen.“, wird eine Sprecherin des Corona-Krisenstabs zitiert.

Jedoch ist die Infektionsrolle der Feinst-Aerosole wissenschaftlich noch nicht genau untersucht. Auch macht es wohl einen Unterschied, ob vorwiegende harte „feuchtigkeitsintensive“ Konsonanten (P,K,T etc) gesungen werden oder Vokale. Hierzu ein Artikel der SZ:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/chor-coronavirus-singen-1.4906317


Husten, Niesen, Atmen … mit Maske und ohne – Strömungsanalysen

Hier ein Wikipedia-Bild zum Thema Niesen; jedoch farblich verfremdet zwecks besserer Sichtbarkeit:

Das „Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik“ Universität der Bundeswehr hat eine 25 seitige Abhandlung verfasst namens „Über Abstandsregeln, Mund-Nase-Schutz, partikelfiltrierenden Atemschutz,
Filtermaterialien und Maskenfertigung“.

Das ganze, lesenswerte Dokument, erhalten Sie hier. Es enthält auch Tipps zum Tragen / Erstellen einer Schutzmaske.
https://www.unibw.de/lrt7/bericht_atemschutzmaske_unibw_lrt7_06_04_2020.pdf

Hier einige Bilder aus dem Dokument:

Atmen und Sprechen ohne Maske

Einfaches Husten ohne Maske (Reichweite mind. 90cm)

Zitat: „Dies bedeutet aber auch, dass selbst wenn der Kopf eines erwachsenen Menschen bereits nach einem Meter nicht mehr im Bereich der kontaminierten Luft ist, dass ein kleines Kind, das 3 m von der Quelle entfernt steht oder
in einem Kinderwagen sitzt, noch kontaminierte Luft abbekommen kann. Daher sollte der Sicherheitsabstand zu Personen, die langanhaltend husten, mindestens 3 m sein.

Husten mit mehreren Atemstößen ohne Maske (Reichweite mind. 150cm)

Husten mit Mund-Nase-Schutz-Maske

Hier nochmal das gesamte Dokument, aus dem die o.g. Bilder stammen:
https://www.unibw.de/lrt7/bericht_atemschutzmaske_unibw_lrt7_06_04_2020.pdf


Geschlossene Räume – Abstandsregelung hilft ab bestimmter Redezeit nicht?

Bzgl. der Infektion von schätzungsweise 30 Menschen bei einem Chorsingen mit 80 Personen in der Berliner Domkantorei heißt es: „Die lange Verweildauer in einem Raum habe „es offensichtlich unerheblich gemacht, wie weit man voneinander weg sitzt“. Das legen nun auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse nahe.“

Zitat von Spiegel.de: „Unter Laborbedingungen produziert ein Sprecher in jeder Minute mehr als tausend virusbelastete Tröpfchen. Diese verweilen dann in einem geschlossenen Raum durchschnittlich zwölf Minuten lang in der Luft. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Viren an die Mikroteilchen binden, variiert je nach Größe des Aerosols. Je kleiner die Schwebeteilchen, desto geringer auch die Viruslast. Demnach ist laut den US-Forschern ein Beleg erbracht, dass nicht nur Husten und Niesen, sondern auch Sprechen eine ansteckende Aerosolwolke produzieren kann. Eine Ansteckung wird umso wahrscheinlicher, je kleiner ein Raum und je länger die Sprechaktivität ist. Dabei ist zweitrangig, ob es genügend Abstand gibt oder nicht.“

Der ganze Artikel:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/covid-19-belastete-troepfchen-machen-geschlossene-raeume-zu-infektionsherden-a-7522885d-7553-4acc-ac5d-ac603552ed06

Das Robert-Koch-Institut führt das weiter aus und listet einige Versuchsbeschreibungen auf, die man den Fußnoten entnehmen kann:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1

Neu ist das natürlich nicht, denn das gilt seit jeher für alle Erreger, die sich über Aerosole verbreiten können. Dass manche Aerosole – je nach Auftrieb (warme Heizungsluft im Winter) und Verwirbelung – minutenlang in der Luft schweben können, lässt sich seit Jahren in jeder Beschreibung von Tröpfchen-/Aerosol-Infektionen nachlesen. Grund zur Sorge: Nein; die Übertragungswege sind nicht neu. Grund zur Entwarnung und zu nicht notwendigen Treffen verschiedener Personen in geschlossenen Räumen? Das möge jeder selbst entscheiden.

Zitat aus einem weiteren Artikel: „Eine Forschungsgruppe um Valentyn Stadnytskyi ließ laut eines ORF-Berichts eine Testperson in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz „Stay healthy“ (bleib gesund) aufsagen. Ein in den Raum projizierter Laser habe die Tröpfchen beleuchtet, wodurch sie sichtbar gemacht und gezählt werden konnten. Im Durchschnitt seien die Tröpfchen zwölf Minuten lang in der Luft. (…) Prof. Christian Drosten, Virologe von der Berliner Charité, hatte unlängst im Zusammenhang mit den seit kurzem wieder erlaubten Restaurantbesuchen auf die Gefahr durch Aerosole hingewiesen. Während „normale“ Tröpfchen, die größer als fünf Mikrometer sind, durch ihr Gewicht rund 1,5 Meter nach der Ausscheidung zu Boden fallen, schweben Aerosole noch sehr lange in der Luft. (…) Aus diesem Grund zweifelt er die Sinnhaftigkeit der aktuellen Abstandsregel von 1,5 Metern in Restaurants an. Die gilt auch für Schulen.“

Aufenthalt mit Menschengruppen in geschlossenen Räumen vermeiden! Forscher warnen vor Übertragung des Coronavirus‘ über Aerosole

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen oder geholfen?
Bedanken Sie sich? Mit einer kleinen Anerkennung für die inhaltliche Arbeit?
Jeder Betrag ist willkommen. Lieben Dank!