** Corona – Warum ein Kontakt-Tagebuch sinnvoll ist

Aus dem Kundenkreis erreicht uns von einer Person aus dem Umkreis eines Gesundheitsamts die Bitte, zur Führung eines Kontakttagebuchs zu ermutigen, um die Nachverfolgung schlagkräftiger auf die Kontakte vor dem EIntritt der ersten Symptome konzentrieren zu können.

Die Hauptproblematik der Corona-Eindämmung liegt darin, dass Infizierte 1-2 Tage VOR dem Eintreten der ersten Symptome am infektiösesten sind und ca. 5 Tage nach den ersten Symptomen – wenn das Testresultat kommt – die Infektiösität bereits sehr stark abgenommen hat. Hier ein Beispiel des Dilemmas und das Fazit für eine effizientere Nachverfolgung:

Ausgangspunkt Tag 0: Patient X ist infiziert, bemerkt jedoch noch keine Symptome und verhält sich im Alltag normal und ggf. sogar zu sorglos. Er besucht beruflich einige Kunden und trifft sich mit Geschäftspartnern anderer Firmen zu Besprechungen. Privat besucht er abends eine befreundete Familie und bringt frühs im Auto auf dem Weg ins Büro ohne Maske und ohne Durchzugslüftung zwei haushaltsfremde Klassenkameraden seines Kindes mit zur Schule.

Tag 1: verläuft wie Tag 0

Tag 2: verläuft wie Tag 0

Tag 2 (am Abend): erste Symptome, wird erstmal auf die leichte Schulter genommen; „ist nur ne Erkältung“,

Tag 3 (am Nachmittag): milder Verlauf, jedoch Fieber, Telefonat mit dem Hausarzt, der einen Corona-Test beauftragt

Tag 4: Corona-Testung, darauf zwei bis drei Tage Quarantäne, bis Test-Ergebnis eintrifft.

Tag 7: Test-Ergebnis liegt vor und ist positiv. Patient ist nur noch geringfügig infektiös, soll aber 2 Wochen in Quarantäne; wobei ggf. eine Woche ausreichen könnte. Erst heute an Tag 7 beginnt die Kontaktverfolgung. Dummerweise sind die Personen, die Patient X an den Tagen 0 und 1 (also 2-3 Tage vor seinen ersten Symptomen) getroffen hat , die wichtigsten, denn an diesen Tagen war er am ansteckendsten. In Japan konzentriert sich daher die Nachverfolgung seit längerer Zeit auf exakt diesen Zeitraum.

Frage: Wissen Sie noch, mit wem sie wann und wo vor 6 und 7 Tagen waren? Privat? Beruflich? Im Auto? In Geschäften? In welchen öffentlichen Verkehrsmitteln? In welchen anderen Büros oder Haushalten und wie lange?

Folgerung:
Führen Sie ein Kontakt-Tagebuch … wann waren Sie wann, wo und ca. wie lange mit wem?
Notieren Sie ggf. auch besonders „unwohlige“ Situationen (Gedränge, Begegnungen ohne getragene Masken, längerer Aufenthalt ohne gute Durchlüftung etc). Wer einen Terminkalender nutzt, kann diesen ja einfach etwas besser befüllen und jeweils drei Wochen rückwirkend aufheben.
Dies hilft, die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung zu entlasten, sofern Sie einmal positiv getestet werden sollten oder im Rahmen einer Nachverfolgung angerufen werden, denn vielleicht sind Sie an Tag 0/1 einem Patient X begegnet).

Ob man dafür extra eine App wie „Cluster Diary“ nutzen sollte, halte ich für fragwürdig.

Wer die Problematik und den Lösungsanstatz anschaulich als Video sehen will (Vorgehensweise aus Japan; erklärt – aber nicht erfunden – von Prof. Dr. Drosten); das nachfolgende Video startet direkt an der entsprechenden Stelle:

Nachtrag:

Wer jetzt denkt, ich falle auf Corona-Panik herein, der irrt. Es geht darum, die folgenden Fakten zu akzeptieren: Fakt ist, dass der Staat sehr schnell zu Lockdown-Maßnahmen greift. Fakt ist, dass viele Menschen und Betriebe während Lockdowns Stress und Nachteile erfahren. Fakt ist, dass viele Eltern und KInder mit einer erneuten langen Homeschooling-Phase überfordert wären, auch weil sich daraus Konflikte mit der Berufstätigkeit ergeben. Fakt ist leider auch, dass viel zu wenig Augenmerk auf die Stärkung des Immunsystems durch einfache Mittel gelegt wird; das Thema Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und seelischer Ausgleich obliegt aber seit jeher jedem Haushalt selbst … und wird dort meist auch vernachlässigt.
Nimmt man diese Fakten zusammen, sollte eine effizientere Nachverfolgung ermöglicht werden, um weitere regionale Lockdowns zu verhindern und um zu einer stabilen Gratwanderung zu finden; einer Gratwanderung zwischen altgewohnter Normalität und Verhinderung exponentieller Anstiege zur Entlastung des (teils kaputtgekürzten) Gesundheitssystems Krankheitsheilungssystems.

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