** Kliniken privatisieren, rationalisieren … da war doch mal was?

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Nicht lange ist es her ….

Sprachpräzision:

  • ratio: lat. der Verstand
    rationalisieren: politisches Nebelsprech für „kürzen„; hat meist mit Geld zu tun, nicht mit Verstand
  • privat: persönlich, im eigenen Besitz
    privatisieren: politisches Nebelsprech für „der Öffentlichkeit berauben, in fremde Konzernhand überführen
  • liberate: lat. befreien
    liberalisieren: politisches Nebelsprech für „De-Regulierung mit Zügellosigkeit verwechseln, Exzesse nicht unterbinden

2016: „Kleine Krankenhäuser kosten Patientenleben“
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krankenhaeuser-experten-fordern-radikale-klinikschliessungen-a-1118588.html

2015: „Zuviele Krankenhausbetten in Deutschland. Bundesregierung will Krankenhäuser reduzieren“
https://www.aerzteblatt.de/archiv/173203/Abbau-von-Ueberkapazitaeten-Wie-viele-Krankenhaeuser-brauchen-wir

2019: „Nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung sollte mehr als jedes zweite Krankenhaus in Deutschland geschlossen werden“
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104629/Bertelsmann-Stiftung-sieht-600-Krankenhaeuser-als-ausreichend-fuer-die-Versorgung-an

Solche „Studien“ wurden unkritisch und einseitig nachgebetet. An Ausnahmesituationen dachte man dabei nicht. Und dass der Staat vielleicht hätte besser Klinik behalten statt Investment derivat-toxische Banken sollen, davon wollte man auch nichts wissen.

Telepolis rückte die Sache 2019 gerade:
https://www.heise.de/tp/features/Medienhype-um-die-Klinikstudie-der-Bertelsmann-Stiftung-4471732.html
Zitat:

„Früher haben, wenn beispielsweise der Philipp-Morris-Konzern eine neue „wissenschaftliche“ Studie zur Ungefährlichkeit des Rauchens veröffentlichte, alle ernstzunehmenden Medien eben diese „Wissenschaftlichkeit“ angezweifelt und auf den Urheber der Studie verwiesen. Somit war allen Rezipienten klar: Die Ergebnisse der Studie könnten parteiisch sein und man sollte sie dementsprechend einordnen: Lobbyismus und Propaganda.
Nun fragt man sich, wo im Zusammenhang mit der Studie der Bertelsmann-Stiftung ein solch angemessener Umgang in den Medien herrscht? Fehlanzeige. Alle beten die Inhalte nach und jeder kennt die defizitären Krankenhäuser. Warum diese defizitär sind und dass die neoliberale Umstellung auf Fallpauschalen vor 15 Jahren der Kardinalfehler war, das interessiert Niemanden.
Die wohnortnahe öffentliche Gesundheitsversorgung gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Und daher ist es falsch, ca. 1000 Krankenhäuser zu schließen. Bei Krankenhäusern darf nicht die reine Wirtschaftlichkeit der Maßstab sein, sondern der Mensch und seine Gesundheit muss im Vordergrund stehen.“


Fachkräftemangel im Gesundheitswesen?
Privatisierte Krankenhäuser?
Setzen auf Effizienz anstatt nicht auf Versorgung?
Nee, das konnte man jetzt während Corona echt nicht wissen!

Unter welcher Regierung geschah das eigentlich alles?
Nee, die Frage geht jetzt aber echt zu weit! 🙂


Böse Zeitgenossen kämen jetzt auf folgende Idee:
Man könnte statt Krankenhäusern, Gesundheits- und Bildungssystem ja auch mal die Bertelsmann-Stiftung „rationalisieren“.
Wie gesagt, böse Zeitgenossen, nicht dieser Blog.

Bertelsmann-Stiftung …. da war doch auch mal was…

 

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