*** Störungsfrei durch Lockdowns: EDV-/Geräte-Experimente vermeiden – wichtige Tipps

In Zeiten, während derer Hotlines, Dienstleister, Supporter schwer erreichbar sind (z.B. Urlaubszeit, Ferien) oder keine Vor-Ort-Besuche durchführen (Corona-Kontaktminimierungsgebote bis hin zu Ausgangsbeschränkungen), sollten Sie – zum Wohle einer reibungsfrei funktionierenden EDV-Umgebung – folgende Maßnahmen ergreifen bzw. unterlassen:

Zu vermeidende Aktionen während Ferien-/Urlaubs-/Ausnahmezeiten:

  • vermeiden Sie Software-Experimente: installieren Sie keine Software/Programme, die Sie nicht zwingend in den kommenden Wochen brauchen; auch bzw. erst recht nicht, wenn es sich um Spiele handelt.
  • Windows-Updates nicht abbrechen! Beim Rechnerstart oder Rechner-Herunterfahren keinesfalls ungeduldig den Stromstecker ziehen bzw. keinesfalls den Rechner ausschalten. Ein Windows-10-internes Update kann durchaus mehrere Stunden dauern!
  • Erzwingen Sie keine Windows10-internen Updates! Warum? Bei Windows10-Updates, die das System automatisch einspielt, geht schon oft genug etwas schief. Fatal wird es, wenn Sie als Nutzer in den Windows10-Systemeinstellungen händisch nach Windows10-Updates suchen, denn dann werden auch Updates eingespielt, die sich nicht mit Ihrem System vertragen und automatisch zurückgehalten worden wären, bis Sie für Ihr System passen.
  • Vermeiden Sie unnötige Software-Updates: installieren Sie keine Software-Updates, die Sie nicht zwingend in den kommenden Wochen benötigen. Das betrifft insbesondere wichtige Büro-Software, aber auch Standardprogramme.
    ABER ACHTUNG: Wenn Firefox oder Thunderbird beim Programmstart fragen „Möchten Sie zulassen dass Änderungen auf Ihrem PC vorgenommen werden“, dann stimmen Sie dem unbedingt zu, denn es ist ein Update und bestätigen Sie dann alle Fenster durch. Wenn Sie ein Firefox-/Thunderbird-Update nämlich an der falschen Stelle abbrechen, dann ist das Programm ggf. nicht mehr benutzbar!
  • vermeiden Sie den Austausch zentraler Geräte wie wie DSL-Router (Speedport, Fritzbox etc) – Ihr gesamtes Netzwerk wird dann wahrscheinlich lahm liegen
  • vermeiden Sie den Austausch von Hardware (Monitore, Drucker etc), sofern es nicht unbedingt (aufgrund Defekt) nötig ist – oftmals stimmen dann Einstellungen nicht oder es funktionieren nur Teilfunktionen (Drucken ja, Scannen nein)
  • vermeiden Sie Server-Neustarts – sofern diese nicht 120% notwendig sind
  • schließen Sie KEINE Internet-Verträge, DSL-Verträge, Festnetz-Verträge / Tarife ab
    (vermeiden Sie „vodafone DSL“ in unserer Region; nicht empfehlenswert!)
  • wechseln Sie NICHT den Internet-/DSL-Anbieter (das ist generell keine gute Idee; hier auf dem Land ist der einzige verlässliche Anbieter die Telekom! Die geringe Ersparnis erkaufen Sie sich meist mit massiven Problemen und schlechtem Service. Optimieren Sie ggf. lieber mit uns nach Absprache Ihren Telekom-Tarif.)
  • lassen Sie keine neuen, unbedarften Anwender (oder ggf. zu junge Kinder) an Ihre wichtigen Geräte
  • doktern Sie bei Problemfällen nicht an Windows-Einstellungen / Systemkonfigurationen / Netzwerkeinstellungen herum, wenn Sie nicht 120%ig davon überzeugt sind, dass Sie wissen, was Sie tun. Sofern Sie Einstellungen verändern oder Kabel abziehen etc: Machen sie vorher (!!vorher!!) ein Handyfoto vom Originalzustand, bevor Sie Dinge/Werte verändern.
  • öffnen Sie keine eMails / eMail-Anhänge, von deren 100%iger Echtheit Sie nicht überzeugt sind
  • vermeiden Sie unnötiges Umplatzieren oder Ab-/Aufbauen von Geräten. Falls dies doch notwendig ist (Umzug, Zimmerwechsel, Raum-Renovierung, Vorbringen zu Dienstleister etc) fotografieren Sie mit Ihrem Handy die Geräterückseiten von mehreren Betrachtungswinkeln, sodass Sie genau sehen, wo welches Kabel/welcher Zusatzadapter (z.B. Dongle, WLAN-Stick etc.) angeschlossen war. Beschriften Sie ggf. Kabel und Buchsen oder markieren Sie diese mit farbigen kleinen – gut klebenden – Etiketten

Zusätzliche Maßnahmen:

  • gehen Sie schonend und sorgsam mit Ihren Geräten um, um folgende Schäden zu vermeiden: Sturzschäden an Tablets / Notebooks, abgerissene Kabel/Kabelbuchsen, in Notebooks geschüttete Flüssigkeiten, auf Geräte gefallene Gegenstände, Displaybrüche/risse bei Notebooksbildschirmen
  • beachten Sie die Gerätschutzhinweise unserer Pflegefibel, die Sie mit einem Neugerät von uns erhalten haben
  • aktuell (Corona-Jahre) kommt hinzu, dass manche Geräteklassen mit z.T. mehrwöchigen Lieferzeiten und/oder überteuerten Preise behaftet sind. Gehen Sie daher doppelt schonend mit Geräten.
  • Vermeiden Sie alltägliche Hektik, denn sie begünstigt Unfälle (an Leib und Gerät), Fehlbedienung (vorschnell geöffnete infektiöse eMails) oder Geräteschäden (Buchsen, abgebrochene Teile, verklemmte Gerätekomponenten etc.)
  • bei Gewittern und während (ja, während) Stromausfällen bzw. vor angekündigten Stromabschaltungen:
    • Computer herunterfahren (ja, auch wenn die Nichtnutzung für kurze Zeit schwerfällt) und:
    • Stromkabel/Steckdosenleisten folgender Geräte aus der Steckdose ziehen: Computer, Monitor, Drucker, Router (z.B. Speedport, Fritzbox etc), TV, TV-Receiver, Webradio, Streaming-Box, Spielekonsole, Netzwerk-Switches
    • DSL-Kabel aus Ihrem Router ziehen (Speedport, Fritzbox etc) das dünne Netzwerkkabel aus der rückwärtigen DSL-Buchse heraus (Clip runterdrücken, Kabel nach hinten rausziehen). Viele Internetausfälle nach Gewittern geschehen durch Überspannungen, die über die Telefonleitung kommen. (z.B. Blitzschlag ins Erdreich, auch wenn bis zu mehrere hunderte Meter entfernt).
      Sind Sie dann zwar kurzzeitig telefonisch per Festnetz nicht erreichbar; auch das Internet geht nicht, aber wägen Sie ab: Sind Sie lieber 1-2 Stunden offline oder stattdessen – bei Defekt – mehrere Tage inklusive neuer Routerkosten von 100€ bis 250€?

Windows 10 Updates für einige Wochen aufschieben:

Dass ich so etwas irgendwann einmal schreiben muss, hätte ich nach über 33 Jahren Computer-Laufbahn nicht gedacht; aber die Jahre 2019 und 2020 legen nahe, während Urlaubs- / Ferien- / Lockdown- / Quarantäne-Zeiten aufgrund „unruhestiftender“ Windows10-Updates (Druckerprobleme, Bootprobleme, Scannerprobleme, Netzwerkprobleme) die Windows-Updates für etliche Wochen auszusetzen.

Wie das geht, habe ich in diesem Blog-Artikel beschrieben:
Anleitung: Windows 10 Updates zeitweise aussetzen aufschieben verzögern


Über das ganze Jahr wichtig:

Sie kennen es sicherlich wie wir von leichten Zahnschmerzen: Aussitzen, Probleme in die Zukunft schieben und Übertünchen hilft nicht; die späte Rache kommt und zwar meist dreifach unangenehm: Statt einer 25-Minuten-Zahnplombierung drohen Wurzelbehandlung bis hin zu einer teuere Krone oder gar einem Implantat. Bei Computerproblemen ist das nicht anders. 🙂 Bei EDV-Geräten und Computer-/Netzwerkprobleme gilt daher:

  • Probleme nicht aufschieben!
    • Gibt Problemchen, komische Verhaltensmuster, Langsamkeit, Aussetzer, Hänger, Startprobleme, kurze „Freezes“ bei Ihrem Computer oder Notebook, die sie bislang aufgeschoben haben?
    • Gibt es Probleme im Netzwerk, WLAN, am Bildschirm, beim Drucker, an Kabeln (Wackelkontakte, fehlende Isolierung)? Gibt es Aussetzer an der Maus oder Tastatur, die sie bislang aufgeschoben haben?
    • „Ach; geht schon, funktioniert ja noch, kümmere ich mich später drum“. Seien Sie gewiss: Diese Probleme werden Sie einholen; und zwar meist genau dann, wenn Sie es am wenigsten brauchen und/oder Ihr Dienstleister keinen Eileinsatz durchführen kann. Das Aufschieben/Aussitzen von Problemchen führt am mittleren Ende zu deutlich höheren Reparaturkosten bzw. größeren Schäden.
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  • Antizyklisch = gegen den Strom handeln und denken! … siehe das Logo dieses Blogs 🙂
    • Hoffen Sie nicht auf den falschen Zeitraum nach dem Motto: „In den Ferien brauche ich meinen Rechner nicht, da kann ich ihn anschauen/reparieren lassen“, denn: Erstens sind Sie garantiert nicht der Einzige, der so denkt. 🙂 Zweitens machen auch Handwerker/Dienstleister/Firmen ggf. Urlaub oder schotten sich in den Ferienwochen für liegen-gebliebene Bürokratieaufgaben ab.
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    • Rechnen Sie frühzeitig (vor allen anderen) mit weiteren Lockdowns und an die daraus resultierende Zunahme von Home-Office/Home-Schooling: Warten Sie nicht bis zu den nächsten Ausgangsbeschränkungen, bis Sie eine Webcam für den Stand-PC, ein USB-Headset, einen Drucker fürs Home-Office-/Home-Schooling, ein Notebook oder ein Tablet für Lernsoftware brauchen.
      Die ideale Zeit für eine solche Anschaffung wäre 1-2 Monate nach Beginn der Lockerungen gewesen bzw. wäre die Phase vor einem nächsten Lockdown, denn Lieferbarkeit und stabile Preise sind in solchen Ausnahmezeiten (Pandemie und dauerhafte Umstrukturierung der Arbeitsweisen) nicht  garantiert.
      Rechnen Sie auch damit, dass Ihre Händler/Dienstleister in Ferienzeiten ggf. im Urlaub sind bzw. nach dem Urlaub mit Eilterminen ausgebucht sind, wenn Sie solche Einrichtungs- oder Kaufwünsche „schnell noch für den Schulanfang bzw. schnell noch fürs Homeoffice“ äußern.

Kommen Sie gut und gesund durch die jeweilige Ferien-, Urlaubs- oder Ausnahme-Zeit!

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