*** Lockdowns ante portas – wegen schlechter Lüftungsdisziplin und überholter Corona-Informationspolitik

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster (19.10.2020) und orakele für viele Landkreise und Betriebe Quarantänen und zeitweise regionale Lockdowns an die Wand. Was mich zu dieser Annahme bewegt?
1.) Die teils katastrophale Lüftungsdisziplin in Büros, Empfangs-/Kundenbereichen, Besprechungszimmern
2.) das Fehlverhalten in Haushalten bei Handwerker/Dienstleister-Besuchen
3.) die in Sackgassen endende Informationspolitik von Staat und Medien bzgl. täglicher Verhaltensregeln

(erstveröffentlicht am 19.Oktober 2020)

Fehlende Lüftungsdisziplin, fehlende Abstandsdisziplin

Einige Beispiele, die uns aus dem Kundenkreis berichtet wurden, und die wir z.T. selbst erlebt haben:

  • Nebenzimmer in Gaststätten/Restaurants mit nicht öffenbaren Fenstern (Fenstergriffe abmontiert, Fenstergriffe abgeschlossen)
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  • Empfangs-/Eingangsbereiche in Betrieben / Läden, bei denen
    a) die Eingangstüren immer nur sehr kurz geöffnet sind, wenn ein Kunde rein/rausgeht
    b) ansonsten kein anderes Fenster geöffnet / keine Frischluftdurchmischung durchgeführt wird
    c) obwohl oftmals genügend Fenster/Lüftungsmöglichkeiten vorhanden wären
    d) obwohl der Eingangs/Empfangsbereich oftmals auch Arbeitsplatz für etliche Mitarbeiter ist
    Die potentielle Viruslast in solchen Räumen dürfte in solchen Räumen jeden Tag Stunde für Stunde ansteigen; insbesondere in Räumen mit Kunden-Empfangsbereich. Das macht es dem Virus leichter, nachfolgende Kunden und inbesondere eigene Mitarbeiter zu erreichen.
  • Oftmals sieht es so aus, als wären vielen Geschäftsführern dünne Gesichtsmasken für ihre Mitarbeiter wichtiger als eine gute Durchlüftung. Es liegt jedoch auf der Hand, dass eine gute und stete Durchlüftung in den Herbst-/Wintermonaten einen deutlichen Tick wichtiger ist als ein 8-Stunden-Mief mit Masken.
    Oder anders herum: Ein 8 Stunden nie bzw. schlecht durchlüfteter Empfangsbereich / Gastbereich dürfte sämtliche anderen Hygieneversuche (andauerndes Händewaschen, Desinfektionsspray-Spender, Billig-Masken) komplett zunichte machen.
  • Verbrauchte Raumluft führt zu
    – sinkender Konzentrationsfähigkeit
    – sinkender Arbeitsqualität
    – steigenden Fehlerquoten
    – sinkender Effektifität
    – und damit zu Verlusten bei Geld, Zeit und Nerven
    Alleine schon aus rein wirtschaftlichen Interessen müsste jedem Geschäftführer viel an einer ausreichenden Frischluft-Disziplin seiner Mitarbeiter gelegen sein. Tut es aber scheinbar nicht. In manchen Betrieben fragte man sich schon vor Corona, wie dort Mitarbeiter aufgrund mangelnder Durchlüftung überhaupt länger als drei Stunden arbeiten können/konnten. 🙂
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  • Das Maskengebot macht nur Sinn, wenn beide Seiten sich daran halten. Viel zu oft stellen wir und andere Handwerker fest, dass scheinbar der Leitsatz gilt „My home is my trutzburg„. D.h. Techniker/Besucher betreten mit Maske das fremde Gebäude (egal ob Firmengebäude oder Privatwohnung/haus), die dortigen Mitarbeiter / Bewohner deuten auf den Desinfektionsmittelspender, tragen aber selbst keine Maske … reicht ja, wenn der andere eine trägt … reicht eben nicht und ist respektlos den anderen Gegenüber. Aerosol-Infektionen geschehen zu einem Teil auch über die Augen (ja, auch da gibts Schleimhäute, über die das Virus ins Körper findet). Wenn Sie keine Maske tragen, gefährden Sie daher dennoch einen Maskenträger!
    Schützen Sie bitte Ihre Besucher, Ihre Techniker, Ihre Auto-Mitinsassen durch das richtige (!) Tragen einer Maske! Danke!
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  • Auch sollten sich Privathaushalte bei Technikerbesuchen besser disziplinieren. Immer wieder erleben und erfahren wir, dass Kunden bei Technikerarbeiten dem Techniker quasi auf dem Schoß sitzen, den Kopf über die Schulter des Technikers schieben („WasMachenSieEnnDa?“) oder sich 20cm daneben setzen, ohne dabei irgendetwas davon zu verstehen, was der Handwerker da gerade tut.
    Wir appellieren daher an alle Kunden, die Besuch von Servicetechniker/Handwerkern erhalten:
    • Sorgen Sie für gute Durchlüftung (nicht nur nach dem Besuch des Technikers, sondern auch davor und während!)
    • Tragen Sie eine Mund-Nasen-Maske. („my home is my castle“ gilt vielleicht für Sie, Ihrem Handwerker nutzt das aber wenig!)
    • Lassen Sie den Techniker die Arbeit alleine im Raum durchführen. Nach getaner Arbeit kann in einem kurzen Gespräch problemlos eine kurze Besprechung erfolgen.
    • Handzettel für Handwerker/Dienstleister an deren Kunden

Die drohenden Folgen bei Missachtung von Lüftungs-Tipps:

  • Mangelnde Durchlüftung ist ein Verstoß gegen Hygiene-Konzept-Regeln
  • Lüftungsempfehlungen müssen im betrieblichen Hygienekonzept eine große Rolle spielen!
    Eine Plexiglas-Scheibe zwischen zwei zusammenstehenden Schreibtischen und ein Desinfektionsmittel-Handspender sind kein wirksames Hygienekonzept!
  • Ein durch solch einfach vermeidbare Nachlässigkeiten infizierter Mitarbeiter führt ggf. zu Abteilungs- oder gar Firmenquarantäne! D.h. im Klartext: Arbeitsausfall, Zusatzkosten, Terminchaos, Zeitverlust, Geldverlust!
  • Nachlässig handelnde Firmen riskieren ggf. einen zeitweisen Lockdown Ihres Handwerkers bzw. der eigenen Firma und gefährden damit nicht eigene und fremde Betriebsabläufe und Gesundheitszustände.

Katastrophale Informationspolitik in den 70ern stehengeblieben

Erschwerend hinzu kommt die katastrophale Informationspolitik bzgl. Hygieneregeln und Lüftungstipps.
Es ist erschreckend zu beobachten, dass Ministerien, Politiker, Staaten, Medien und Wissenschaftler nicht bemerken, dass sie – rein technisch – den Großteil der Bevölkerung nicht mehr mit Informationswegen aus den 70er-Jahren erreichen.
Man könnte gerade meinen, die heutigen Politiker gingen davon aus, dass jeden Tag 85 Millionen Bürger sich um punkt 20 Uhr für die Tagesschau vor den Fernsehern versammeln und sich informieren. Das ist NICHT mehr der Fall.

Hier eine Liste von Denkfehlern:

  • Millionen Bürger schauen keine Nachrichten, schon gar nicht lineares altes Fernsehen
  • Millionen Bürger wissen nicht, welcher Inzidenzwert in Ihrem Landkreis herrscht (etliche private nachgeholte Kommunionsfeiern im Oktober dürften über Nacht gegen geltende Auflagen verstoßen haben, als die Corona-Ampel auf rot umsprang); geschweige denn, welche Maßnahmen gelten
  • Millionen Bürger schauen keine deutschen TV-Sender, hören keine deutschen Radiostationen
  • immer mehr Bürgern sind wirtschaftlichen Folgen von Lockdowns egal oder zumindest nicht bewusst, denn sie beziehen feste staatliche Einkommen, Rente oder Stütze.
  • viele Familien sprechen zuhause nicht mehr miteinander über Nachrichten; schon gar nicht gemeinsam mit Ihren Kindern/Jugendlichen, die lieber an Smartphones und Tablets die Zeit totschlagen

Dringend nötig: Verbesserung der Corona-/Hygiene-Informationspolitik

Wenn der Staat eh schon zunehmends in die TV-, Radio- und Zeitungsredaktionen hineinregiert (oder zumindest hineinmoralisiert), warum kann man das nicht auch mal positiv nutzen? Zum Beispiel:

  • Fernsehsender und Radiostationen verpflichten, vor sowie nach jeder TV-Sendung zufällig wechselnde 2-minütige Werbespots ausstrahlen mit Tipps zu Hygiene, Abstandsverhalten und Durchlüftung; ergänzt immer wieder auftauchende durch Laufticker (wäre jetzt hilfreich, nicht erst, wenn überall die Corona-Ampeln auf rot sind)
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  • gleiches gilt – inbesondere in der Zielgruppe unter 40 !! – für Streamingplattformen (Film+Musik), egal ob netflix, Youtube, Sky, Spotify, myvideo
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  • auch täglich genutzte App-Anbieter wie WhatsApp, Instagram, Facebook & Co. könnten mehrmals wöchentlich wechselnde Einblendungen mit Hygiene-/Lüftungs-/Verhaltensempfehlungen anzeigen

Nachschlag: Die böse, pöhse Maske !?

Schafft es diese Gesellschaft Ihrer Bürger (oder Passiv-Insassen) zu erreichen? Nein!
Lieber zerfleischen wir uns als Medientrümmerhaufen Mediengesellschaft in Rückzugsgefechten über Infektionsgrenzwerte und Wirtschaftsstatistiken.

Hinzu kommt, das Halbwissen-Küchentisch-Grundgesetz-Juristen auf die Straße rennen, weil sie einen leblosen babyblauen Textilfetzen für die stoffgewordene Fußfessel eines diktatorischen Terrorregimes halten, das uns versklaven und entrechten will. (gähn)
Jedem der so denkt, rate ich, auf die letzten 10-30 Jahre seines Lebens zurückzublicken und sich zu fragen, ob es nicht die Pseudoanreize der schuldenbasierten auf Dauerwachstum gierenden überglobalisierten Konsumgesellschaft waren, mit er/sie sich sich die eigene Freiheit im Leben verbaut hat … durch Zeitvergeudung, Konsumschulden, Kredite, Zeitverschwendung in (a)sozialen Plattformen, die Kosten für ein viel zu großes Haus oder durch das bequeme jahrelange Festhalten an einen keinen Spaß mehr machenden Arbeitsplatz / Arbeitgeber / Beruf.

Komisch, dass uns Virus genau das sagen will: ihr reist zuviel, ihr sauft/feiert zuviel, ihr schadet Eurem Immunsystem zuviel, ihr lebt zu eng aufeinander, ihr seid zuviele, ihr löst jahrhunderte bewährte Familienkonzepte auf und schickt Eure Verdienten und Alten in Heim-Endlagerstätten, im Effizienzwahn spart ihr gesellschaftlich/beruflich wichtige Berufe und Infrastrukturen kaputt, Euch ist Wirtschaftswachstum auf dem Papier wichtiger als die Zufriedenheit und Gesundheit im realen Leben. Sagt wer? Das Virus.

Wie jetzt? Das sind unbequeme Gedanken?
Ja, so ist es! Tja …. und was nun? Nachdenken? Besser machen?
Nö, lieber rauf auf die Barrikaden und gegen irgendwas sein! So, und jetzt alle im Chor: „Wir sind die Opfer! Die Maske ist schuld! Die Maske ist schuld ! 🙂 (Sarkasmus aus) Nothing left to say! 🙂

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