** Wenn es im Serverraum piepst: Was ist der Sinn einer USV / Notstrombatterie für einen Rechner / Server?

Kundenfrage: Warum steckt unser Hauptrechner in einer Notstrombatterie? Das macht doch gar keinen Sinn, denn wenn bei uns im Büro der Strom ausfällt, ist doch eh alles tot und wir sind nicht arbeitsfähig …?

Gute und berechtigte Frage … hier die Erklärung:

Das schlimmste, was einem wichtigen Rechner (Server; oder ein PC, der für andere Rechner im Netzwerk eine Datenbank bereitstellt) passieren kann, ist ein „Kopfschuss“ … so möchte ich es mal bezeichnen, wenn ein Rechner abrupt (z.B. durch einen Stromausfall) „ausgeschossen“ wird.

Warum ist das knallharte Ausgehen/Abschalten eines Rechners bei einem Stromausfall gefährlich?

Wenn beispielsweise während einer normalen Schreiboperation oder z.B. während eines automatischen Updates oder während einer Datensicherung der Rechner schlagartig ausgeht, kann die ensprechende Datei irreparabel beschädigt sein.

Mögliche Folgen:

  • Der Rechner startet nicht mehr korrekt / stürzt immer wieder ab / geht gar nicht mehr an.
  • Die Datenbank des Warenwirtschafts- / Büro- / Buchhaltungs- / Praxisprogramm ist nicht mehr lesbar oder fehlerhaft.
  • Das Büroprogramm, das Daten für mehrere Arbeitsplatz-PCs bereitstellt, startet nicht mehr.
  • Ggf. Netzteildefekt des Hauptrechners (wenn der Strom wieder eingeschaltet wird; Überspannungs-Schub!)

Inwiefern hilft da eine sogenannte UPS / USV?

UPS (Uninterruptable Power Supply) oder USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) oder ugs. „Notstrombatterie“ ist ein Gerät, das einen recht großen Akku enthält. An das Gerät können mehrere Verbraucher (z.B: Hauptrechner inkl. Notbildschirm, zentraler Switch, Router) angeschlossen werden. Bei einem Stromausfall springt sofort die Notstrombatterie an und versorgt den wichtigen Rechner weiterhin mit Strom.

Fall 1: Stromausfall während jemand im Büro ist

Fällt der Strom während der Arbeitszeit aus (z.B durch ein herausgeflogene Sicherung), dann sind  – je nach Batteriestärke und Größe der USV –  zehn bis dreißig Minuten Zeit, um die Stromversorgung wieder herzustellen (Suche nach Sicherung im Sicherungskasten). Wenn es sich um einen kurzen straßenseitigen Stromausfall handelt, läuft der Hauptrechner erst mal unbehelligt weiter.

Fall 2: Stromausfall dauert länger, als die USV mit Ihrer Batterieleistung den Rechner am Leben halten kann

Aus diesem Grund verbindet man normalerweise eine USV mit dem betreffenden Rechner und installiert auf dem Rechner eine zugehörige Steuerungssoftware des USV-Herstellers. Diese wird dann so eingestellt, dass der Rechner – z.B. nach 10 Minuten Stromüberbrückung – sauber und koordiniert herunterfährt. Damit werden die o.g. Folgeschäden eines abrupten Abschalten des Rechners vermieden.

Wenn eine solche in bestimmten Intervallebn regelmäßig USV piepst, muss meist nur der Akku erneuert werden. Leider erleben wir es immer wieder, dass Anwender die USV ausser Betrieb nehmen und in der EDV-Rumkpelkammer beiseite stellen, nur weil sie piepst oder gar nicht mehr angeht (was meist auch am Akku liegt).

Hier einige Abbildungen typischer USVs:
.. oben: typische USV für wichtige Arbeitsplatzrechner in Heimbüro/Kleinstbetrieben
.. Mitte: typische USV für kleine Server/Hauptrechner
…unten: typische USV für virtualisierte/größere Server und für längere Pufferlaufzeit

ACHTUNG: Auf keinen Fall dürfen Laserdrucker / Laserkopierer etc an eine USV angeschlossen werden. Beim Hochheizen der Fixiereinheit (mehrere hundert Watt keine Seltenheit!) drohen Überlastungen / Abschaltungen oder gar Beschädigungen der USV.

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