*** Dauer-Lockdowns durch Granularisierung und Anreizsysteme vermeiden? Gamifiziert die Pandemie! Verbessert die Aufklärung!

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Die aufgeheizte #allesdichtmachen-Debatte zeigt, dass die Nerven blank liegen. Die Schauspieler und Künstler haben mit ihrer Aktion gezeigt (und auch sehr schnell gemerkt), dass es ein diffuses Unverständnis gibt, das wütend oder zornig macht. Darüber möchte ich nicht urteilen, denn vielen Menschen geht es ebenso und ihnen wird erst langsam klar, woran das liegt: an der gefühlten Unverhältnismäßigkeit, gefühlten Inkonsistenz bzw. der Nicht-Erklärung etlicher Maßnahmen.
Beim Alltagsmaßnahmen-Marketing liegt einiges im Argen, Denn beispielsweise kommt es – Erfahrungsbericht eines Berufsschullehrers – immer noch vor, dass positiv getestete Eltern ihr Kind in die Schule schicken mit der Begründung „es zeigt keine Beschwerden/Symptome“.

Dieser Artikel soll Optimierungs- und Verbesserungsvorschläge inklusive einer Stimmungsaufnahme aus der Gesellschaft anbieten; ohne Anspruch auf Recht und Allwissenheit.

Nur soviel noch zu zu #AllesDichtMachen:
Ja, Ironie und Zynismus sind wertvoll für die Weiterentwicklung von Gedanken; ich bin selbst ein großer Fan dieser humoristischen Stilmittel. Fehlen jedoch Verbesserungsvorschläge, bleibt oft nur Polemik oder Emotion übrig und die Diskussion nach vorne bleibt aus.
Und ja, auch bei mir liegen die Nerven auch blank; jedoch aus einem einzigen Grund:
Als mathematikliebender Informatiker, als selbständiger Techniker im Kundenaussendienst und als Elternteil eines aufgeweckten schulpflichtigen Kindes, treibt es mich um, wie unwillig dieses Land mit erhobenen bzw. erhebbaren Daten umzugehen scheint und mit welchen tausend Quadratkilometer großen Lockdown-Holzhammern Kinder, Einzelhändler und Schulen regelmäßig ZERMALMT und z.T. in die psychische Verzweiflung getrieben werden, ohne dass zuvor alle möglichen Register gezogen wurden, um Infektionsraten durch treffsicherere Aufklärung oder Positianreize zu senken.
Ich bin KEIN Lockdowngegner!

Ich frage mich: Wo sind messerscharfe Analytik und freier Wettbewerb von Ideen und Lösungskonzepten im Land der (ehemaligen?) Dichter und Denker geblieben? Es muss doch irgendwie möglich sein, dass dieses Land einen Weg findet, mit Infektionszahlen und vor allem mit örtlichen Infektionsorten analytischer umzugehen.
Von der Unsitte mal ganz zu schweigen, dass manche Landkreispolitiker ihren Krankhausteams werbewirksam Süßigkeitenkisten und Sekt als Dank schenken; also Nahrungsmittel, die überarbeiteten Menschen eher Energie rauben (bzw. den Rest geben) anstatt deren Immunsystem zu stärken. Obstkörbe aus regionalem Anbau hielte ich für angebrachter. 🙂 Aber zurück zum Thema.

Die vielen nachfolgend genannten Beispiele sind keine Schelte an konkreten Institutionen oder deren leitender Personen, sondern ein Hilferuf bzgl. eines besseren Vorgehens!!


Schulen geschlossen weil Ausbruch in einigen wenigen Firmen?
Großflächen-Holzhammer auf Kosten von Kindern, Bildung?

Zitat eines Landratsamtes Ende April 2021 zum Inzidenz-Sprung um 60 Punkte nach oben binnen zweier Tage:
„Schwerpunkt sind neben der Vielzahl von Infektionen im privaten Umfeld mehrere Infektionsgeschehen in Betrieben, hier gibt es in 4 Unternehmen jeweils zwischen 8 und 16 positive Fälle. Als problematisch erweist sich insgesamt, dass bei der britischen Mutante die Hygieneregel „Abstand halten“ aufgrund der deutlich stärkeren Infektiösität oft nicht ausreichend ist.“
Äh wie? „4 Unternehmen mit jeweils 8-16 positiven Fällen“?? Rechnen wir einfach mal mit 4 Unternehmen multipliziert mit dem Mittelwert aus 8 und 16. Ergibt: 4 x ((8+16)/2) = 48. Also eine Steigerung der 7-Tage-Inzidenz um 48 binnen zweier Tage durch 4 Betriebe; dummerweise durchbrach der Landkreis u.a. dadurch die mehrtägige Inzidenzgrenze für Schulschließungen.
Ich halte fest: Covid-Ausbrüche in Firmen waren ein maßgeblicher Anteil dafür, dass ein gesamter Landkreis gelockdownt wurde, inklusive aller Schulen. Ich kann hier beim besten Willen keine Verhältnismäßigkeit bzw. auch keine abgeleiteten Folgerungen erkennen, zumal in vielen Schulen bei den 2x wöchentlichen Schnelltests keine Infektion gefunden wurde; wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass die Schnelltests etwas unscharf sind und ggf. erst nach der höchsten Infektiösität eines (noch) symptomfreien Menschen anschlagen

Wir beobachten bei Kindern in unserem Kundenkreis zunehmend digitale Zerstreuung, Motivationslosigkeit (keine Abfragen, keine Exen, keine schriftlichen Tests) und teils bedenkliche Entwicklungen in Richtung Resignation oder gar Depression.
Von Eltern und Lehrern hören wir: Kinder schauen parallel zum Fern-Unterricht Spaßvideos, führen nebenher mit Smartphone Chatgespräche oder zocken Computerspiele, Kinder sind oft zuhause alleine sich selbst überlassen (oft zwangsläufig, weil beide Eltern auf Arbeit sind) und in vielen Home-Schooling-Lösungen sieht der Lehrer die Kinder nicht … entweder weil es die Lösung nicht hergibt oder weil die Kinder die Kameras abkleben/aussschalten etc).

Gerade die Schulen haben die besten Hygienekonzepte;
etliche Firmen/andere Stätten eher nicht:

DIe Hygiene- und Aerosol-Konzepte in Schulen sehen wie folgt aus:

  • morgentliche Schnelltests mind. 2x pro Woche
  • Unterricht mit Abstandsregeln
  • Unterricht mit Maske
  • regelmäßiges Durchzugs-Lüften der Räume (idealerweise alle 20 Minuten)
  • Maskenpflicht auf Fluren und im Pausenhof

In manchen Firmen und anderen Stätten sieht es da deutlich „zurückhaltender“ aus.
Es ist mir nicht vermittelbar, dass landkreisweit alle Schulen z.B. wegen Ausbrüchen in Betrieben geschlossen werden. Klar gilt es Schulen, Lehrer und Kinder zu schützen. Das Fatale hierbei aber ist, dass die Motivation zur Einhaltung von Verhaltensregeln sinkt, wenn wenige Ausreißer einen ganzen Landkreis, der sich an Maßnahmen und Regeln hält in „Sippenhaft/Gruppenstrafe“ nehmen. Das ist zwar keine Absicht, wird aber weitläufig so empfunden.
Natürlich muss man aktuell auch berücksichtigen, dass die britische Mutation laut Lungenärzten auch für jüngere Menschen unter 50 häufiger zu schweren Verläufen führen kann. Hier stünden natürlich vor allem Berufstätige bzw. Eltern von schulpflichtigen Kindern und natürlich auch viele Lehrer im Feuer. Dem muss konzeptionell selbstverständlich Rechnung getragen werden.

Nochmal: Ziel dieses Artikels ist es nicht, Lockdowns schlecht zu reden. Lockdowns machen Sinn, das steht für mich ausser Frage. In meiner Wahrnehmung vermisse ich lediglich Anstrengungen von Medien+Politik, Anreize zu setzen, dass vermeidbare Infektionen ausbleiben und dass die Bevölkerung und Firmen (!!!) über Aerosol-Geschehen besser aufgeklärt und mit Positivanreizen zu einem bewussteren/besseren Verhalten motiviert wird, denn man könnte meinen, das vielen Menschen noch auf dem Aktionsniveau stehen „Hände desinfizieren und ’ne Plexiglasscheibe reicht auf Arbeit“. Selbst im April 2021 kommuniziert das BMG auf Twitter noch AHA-Regeln und lässt zwei wichtige „Waffen“ weiterhin unerwähnt: Lüftungskonzepte und die natürliche Stärkung des Immunsystems.

Ich erhoffe mir zudem von Behörden und Medien, dass nicht nur Infektionszahlen erfasst werden, sondern dass Ausbrüche in Hotspots (egal welcher Art) konstruktiv und behutsam thematisiert und ggf. bei wiederholtem fahrlässigen Auftreten geahndet werden.

Ein Covid-Ausbruch ist keine Straftat und soll auch keine sein. Was man jedoch an Covid19-Aerosol-Fahrlässigkeiten in manchen Büros, Betrieben und anderen Stätten erlebt bzw. erfährt (siehe unten am Ende des Artikels), legt zwingend den Schluss nahe, dass es notfalls anonyme Meldemöglichkeiten für mangelnde Hygienekonzepte in Betrieben/Firmen/Produktionsstätten braucht sowie konstruktive Stichprobenkontrollen in Großraumbüros, Betrieben und Amtsstuben, anstatt abends um 20:30 eine Dreiergruppe, die mit ausreichendem Abstand in der freien Luft beisammensteht durch eine Streife aufzulösen.

Es muss im Land der Computerpioniere (Zuse, Nixdorf etc) doch irgendwie möglich sein, aufgrund der Ausbruchs- und Kontaktverfolgung der Gesundheitsämter zu ermitteln, in welchen Umgebungen die größten immer wiederkehrenden Infektionsübersprünge geschehen. Diese Stätten gilt es dann zu optimieren (Hygienekonzept ausbauen, Maßnahmenmarketing überdenken/optimieren, notfalls Sanktionen bei weiterer Nicht-Umsetzung verhängen).

Immerhin finden manche Medien nach einem Jahr heraus, dass man bei den Lockdowns einen Parameter übersehen hat: Das Verhalten der Bevölkerung. NeinDochOh! Dabei ist sogar bei Fußwege-Stadtplanern längst das spieltheoretische Denken angekommen: Der schönste Fußweg wird nicht genutzt, wenn der Weg über die kleine Wiese kürzer ist und dort entsteht dann der Trampelpfad, den es zu verhindern gilt. Lenkende Spieltheorie würde auch bei dieser Pandemie helfen; aber bitte nicht nur nach dem Motto „Geimpfte dürfen wieder Spaß haben“.
Denn auch bzgl. Impfzertifikaten und Schnelltest-Negativbefund-Bescheinigungen wird sich schnell eine Art Schwarzmarkt bzw. findiger Werkzeugkasten bzgl. Fälschungen/Imitaten einstellen; hierzu muss man kein Prophet sein. Bereits bei der Covid19-Infektions-Prävention wäre viel Spieltheorie/Gamification denkbar gewesen und ist weiterhin denkbar; mehr hierzu weiter unten in der Ideensammlung.

Schnelltests und Masken in Firmen, nicht nur in Schulen!

Ein Argument hört man desöfteren: Manche Firmen wollen kein Geld für Schnellstests ausgeben. Achso, und deswegen schweigen manche Landratsämter und Landesfürsten? Gegenfrage an die Geschäftsführer solcher Firmen: Zwei Ihrer Mitarbeiter infizieren sich und fallen aus… Wie hoch sind (selbst bei glimpflichen Verlauf) die Kosten für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Vergleich zu Schnelltests? Und welche Kollateralschäden folgen? Der Ehepartner muss mit in Quarantäne. Deren Kinder auch. Ggf. die gesamte Schulklassen der jeweiligen Kinder. Dadurch müssen mindestens pro Schulklasse eventuell 20 weitere Erwachsene ins Homeoffice/Stundenreduktion, um ihr Kind zuhause zu betreuen. Bei einem großen Ausbruch in wenigen Firmen wird in etlichen Fällen der ganze Landkreis in Sippenhaft genommen; zumindest ist das Ohnmachtsgefühl bei immer mehr Lehrern, Rektoren und Eltern.
Das Fatale dabei ist: Dadurch sinkt bei vorbildlichen Betrieben/Privathaushalten die Motivation, sich an Regeln zu halten. Im Gegenzug steigen Frust und „Corona-Müdigkeit“, woraufhin die Politik oftmals nur eine Antwort sieht: Härtere Maßnahmen. Diese Endlosspirale kann nicht im Sinne aller Beteiligten sein.
Für Firmen finden sich sicherlich auch Zwischenlösungen, z.B. keine Maskenpflicht für Büros/Arbeitsbereiche nach Schnelltests oder Wechselmodelle. Hier sind Geschäftsführer ggf. Betriebsärzte gefragt und ggf. eine betriebliche Gesamtdebatte sinnvoll.


DIE visuelle Wissenslücke in der breiten Bevölkerung:
Die Covid19-Aerosol-Ausbreitung in Räumen

Das folgende Video zeigt die Ausbreitung einer virenbelasteten Aerosolwolke in einem Büroraum unter verschiedenen Bedingungen. Innerhalb der dargestellten purpurnen Wolke wird bei normaler Atmung in weniger als 10 Minuten eine kritische Virenmenge aufgenommen.

Zitat des Videobeschreibungstextes der nachfolgende Video-Simulation: Ein Mitarbeiter, der ohne Maske das Büro eines anderen Mitarbeiters betritt, der den Raum 1-2 Stunden „vollgeatmet“ hat, nimmt bereits binnen 10 Minuten eine kritische Virenmenge auf.“

Ich füge dem hinzu: Während Schulen regelmäßig durchzuglüften, mit Schnelltests arbeiten, den Unterricht mit Maske und mit Mindestabständen bestreiten, sieht es in vielen Betrieben, Büros und in morgentlichen Bürofahrgemeinschaften deutlich schlechter aus! Es ist für mich nicht logisch nachvollziehbar, dass Schulen – nun auch noch trotz Schnelltests ohne Positivbefunde – aufgrund von Betrieben und Bürogebäuden geschlossen werden. Am Ende des Artikels finden sich daher ein paar Ideen, wie man das Vorgehen verbessern könnte.

Warum zeigt und erläutert man solche Animationen nicht mehrfach täglich
a) in Schulen während der morgentlichen Schnelltests, sodass die Kinder dieses Wissen zuhause anwenden und weitergeben können?
b) in Betrieben

c) in Funk, Fernsehen, netflix und Amazon prime?
Das würde das Verständnis für besseres Lüften stärken und könnte vielleicht sogar auf einfachste Weise die Inzidenzahlen „bändigen“.

Covid19-Ausbreitung in Klassenzimmern/Seminarräumen – (verschiedene Schutzstufen)

DIe nachfolgenden Schaubilder zeigen die Infektionsübersprünge in einem Klassenzimmer, je nach Hygiene und Lüftungskonzept (Grafiken aus dem Sommer 2020).
Meine persönliche Interpretation dieser Grafiken: Werden Räume spätestens nach einer Schulstunde diszipliniert durchzuggelüftet, lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer Neuinfektion im Klassenzimmer auf eine Person senken. Wird zur Mitte jeder Unterrichtsstunde durchzuggelüftet, sinkt die Wahrscheinlichkeit weiter.
Zu berücksichtigen ist, dass die Grafiken davon ausgehen, dass nur eine Person im Raum infiziert ist; hier der Lehrer. Zudem ist die stärker spreadende britische Variante noch nicht eingerechnet.
Aber: Mehr als 8 Monate später sind wir in Q2/2021 deutlich weiter: Lehrer werden geimpft. Zudem finden 2-3 mal wöchentlich Schnelltests aller Schüler zu Unterrichtsbeginn statt. Ob das die britische Mutante auszugleichen vermag, müssen Virologen, Aerosolforscher, Luftströmungsdynamiker und Epidemiologen klären.


Hier ein paar Vorschläge/Ideen meinerseits zur besseren Meisterung der Pandemie:

  • Gebot/pflicht zur Führung von Kontakttagebüchern (für Handwerker, Techniker, Aussendienstler, andere Berufstätige) zur Unterstützung der Nachverfolgung des Gesundheitsamts (meist reicht ja das Auftragsbuch, der Terminplan, das Fahrtenbuch). Das Gesundheitsamt wäre bei der Nachverfolgung entlastet. Freigewordene Ressourcen könnten für das Nachdenken über sinnvolle Maßnahmen gegen immerwiederkehrende Hotspots genutzt werden.
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  • Presse/Medien: Anstatt stundenlang täglich Lockdown-Maßnahmen und Impfstatistiken zu deklinieren/diskutieren , wäre es toll, wenn vor jeder neuen Sendung ein 60-Sekünder-Spot ausgestrahlt würde zum Thema: „Alle 30 Minuten Lüften verringert das Infektionsrisiko in geschl. Räumen um x % – manche Studien behaupten 80-90%“ … „Tipps: FFP2-Maske richtig handhaben“ ….. „Abstand halten, draussen ist Infektionsriskiko geringer als drinnen“ …. „visuelle Computeranimation zur Verbreitung von infektioöser Atemluft in einem geschlossenen Raum ohne Durchzuglüftung versus mit Durchzugslüftung“.

    Die öff.rechtl.-TV- und Radiosender erhalten die GEZ Gebühr von den Steuerzahlern, die im Lockdown kaputtgespart/eingesperrt werden. Es wäre daher dankenswert, wenn die Bundespolitik die Sender „motivieren“ könnte, regelmäßige Tipps zur Infektionsvermeidung/drosselung auszustrahlen.
    Hierbei sollten auch Streamingportale einbezogen werden (netflix, spotify etc) …. ein kurzer Infoscreen oder Laufbalken mit Verhaltenstipp vor dem Film oder der Serienepisode genügt. Denn: viele Menschen unter 40 schauen/Hören kein „lineares“ Fernsehen/Radio mehr und werden somit bislang überhaupt nicht erreicht!

    Auch sollten dabei unsere ausländischen Mitbürger und deren TV-Sender/Informationskanäle einbezogen werden. DOrt Haushalten findet die deutsche Medienlandschaft unter Umständen gar nicht statt. Das ist kein Vorwurf, sondern oft einfach nur menschlich.

    An Alle Landräte: Wie wäre es, wenn z.B. Ihre Region (Ihre Sender, Ihre Landkreispresse) mal damit anfangen, um einen Wettbewerb/nachahmungssog zu entfachen? Wählerstimmen sind Ihnen dann sicher gewiss! 🙂
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  • Verpflichtung“ von Schulen, Betrieben, Praxen, Kliniken, Altersheimen zu – je nach Begebenheiten – passender / empfohlener Durchlüftungsdisziplin. Tägliche Benennung eines Mitarbeiters pro Büro / eines Schülers pro Klassenzimmer als „Lüftungsoffizier“; gerne auch symbolisch geadelt durch eine Umhängekette, einen Hut oder einen ansteckbaren Sheriffstern. Wichtig ist das richtige Lüften, um keine kontraproduktive Dauerverwirbelung der Raumluft zu vermeiden. Es geht übrigens auch ohne CO2-Melder; ein Küchenutensil hilft ggf. auch. 🙂
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  • Lockerung der Bürokratie zwecks Umsetzbarkeit der
    Max-Planck-200€-Baumarktartikel-Klassenzimmerlüftungsanlage
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  • regelmäßige Tipps in Presse, Funk und Fernsehen zur natürlichen Stärkung des Immunsystems (ohne Pharmaprodukte!)  (frische Luft, Sonne auf Haut => VitaminD-Bildung, gesunde Ernährung usw.).
    Warum nur Impfen und Lockdownen? Das Immunsystem von uns Menschen ist eine ebenso wichtige Waffe gegen die Pandemie, oder nicht? Einer der größten Feinde des Immunsystems sind übrigens: Streß, Angst, Ohnmachtsgefühle und Schlafmangel.
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  • Auch die Corona-App könnte als Tippgeber für bessere Einhaltung der Regeln im Alltag genutzt werden, z.b. durch die Anzeige eines kurzen Verhaltenstipps auf dem Smartphone 1x täglich; beispielsweise auch in Form eines Mini-Quizes mit Punkte-Ranking, um durch einen spielerischen Anreiz zu verhinden, dass Tipp-Einblendungen ungelesen weggewischt werden.
    Leider denken immer noch viele Menschen, die Corona-App würde persönliche Daten preisgeben; immer wieder höre ich, dass sich Personen nicht in der Corona-App positiv gemeldet haben, aus Scham und Stigmatisierungsangst. Dass die Corona-App weder Namen noch genaue Ort/Uhrzeit eines Positiv-Kontakts nennt, wissen viele Menschen nicht. Auch hier liegt massives Kommunikationsversagen vor. Die App könnte beispielsweise selbst aufklären; z.B. mit einer Einblendung „Wussten Sie schon, dass bei einer Positivmeldung keine Rückschlüsse auf Ihre Person möglich sind? „
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  • Gezieltere Infektions-Kontaktverfolgung zugunsten von Schulen durch Erfassung privater Schnittmengen von Arbeitsstätten (Eltern) und Schulklassen (Kinder + deren Geschwister)
    Wäre es nicht sinnvoll, eine bestehende Datenbasis zu haben, anhand der Gesundheitsämter binnen weniger Sekunden nachschlagen können (per SQL-Abfrage, nicht per händischen Suchvorgängen in zahlreichen Excel-Dateien)
    1. in welche Schulen/Kindergärten die Kinder der Angestellten einer Firma gehen? Das sollte durch eine kurze anonyme Befragung der Betriebsleitung unter allen Mitarbeitern ermittelbar.
      Eine anonyme Liste der Form „Firma X hat Angestellte, deren Kinder in folgende Schulen gehen:….“ genügt.
    2. in welcher Schulklasse der eigenen Schule ein Kind schulpflichtige Geschwister hat und in welche Schulen diese Geschwister gehen? Diese Daten lassen sich ebenfalls von jeder Schulleitung anonym erheben.
      Es reicht die folgende Datenbasis: „Schüler der Klasse 7a haben schulpflichtige Geschwister, die in folgende Schulen gehen.
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      Mit dieser Datenbasis könnte schnell ermittelt werden, welche Durchmischung in den Privathaushalten durch den Arbeitsort der Eltern und durch die Schulen/KiGa’s der Geschwisterkinder überhaupt möglich sind. Anhand dieses Wissens könnten Behörden viel granularer entscheiden, ob in Ortschaft A eine Schule geschlossen werden muss, nur weil in Ortschaft B ein Infektionsgeschehen in einer Schule oder einem Betrieb stattfand. (sofern das überhaupt erwünscht ist)
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  • Oder wie wäre es mit kreativeren Sanktionen eines wiederholt mangelhaften Hygienekonzepts? z.B.:
    • Strafzahlung von xxxx € des Betriebs an eine örtliche Schule (zur Finanzierung von Digitalisierung).
      Dies hätte ggf. den Positivanreiz, dass Firmen auch ohne Vorfälle an Schulen spenden, aus „schlechtem“ Gewissen, dass aufgrund des guten Hygienekonzepts keine Strafzahlung an eine Schule erfolgen muss.
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    • Sozialstunden für unbelehrbare Geschäftsführer / Stättenbetreiber / Privathaushalte
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  • Gamification: Wie wäre es mit Anreizsystemen (anstelle von Verboten), um die Bevölkerung inklusive der Betriebe zu einer bewussteren Umsetzung von Alltagsmaßnahmen anzutreiben. Mir fehlen bei der Pandemiebekämpfung Kreativität, Spieltheorie und Gamification. Warum geben wir Milliarden für Corona-Rettungspakete und Krankheitskosten aus, die man als Anreizsystem für bessere Verhaltendisziplin nutzen könnte?

    Hier ein paar Brainstorms:
    .
    • Aussschreibung von Belohnungen für Landkreise mit 10 Tagen unter Inzidenz 50 (z.b. Digitalisierungs-Spende für Schulen)
      .
    • Wenn 20 Tage unter Inz.50, dann gratis OpenAir-Konzert (mit Abstands- und Hygienekonzept).
      .
    • Man stelle sich vor, man erhielte als Bürger z.B. jeden Woche einen halben Euro in eine digitale Handywallet, wenn man die Corona-App im Monat mindestens gemittelt 5 Stunden am Tag aktiviert hat.
      Oder der Staat teilt dieses „Belohnungsgeld“ für Schulsanierungen/digitalisierungen zu, während der App-Nutzer auf seinem Smartphone ein animiertes Feuerwerk angezeigt bekommt mit der Nachricht „Danke für die konsequente Nutzung der Corona-App; sie haben diese Woche 7 EUR für Schulsanierungen oder Projekt XY erzielt“.
      .
    • Wer das für spinnert hält, möge sich fragen, wie Kindeserziehung funktioniert.
      Durch Verbote? Oder durch Anreizmotivation?
      a) „Wenn Du nicht regelmäßig an die frische Luft gehst, wirst Du krank und bekommst Hausarrest!“
      b) „Hier ist ein Smartphone mit Pokemon Go. Geh doch mal MOnster-Sammeln/Suchen“.

      !! Gamification/Belohnungssysteme wirken meist immer besser als tumbe Verbote.!!

Fazit: Mit neuen Ideen ließe sich diese Pandemie vermutlich effektiver, kreativer und spannender meistern.
Die Politik sollte auf allen Ebenen versuchen, Lockdown-Strategien durch Anreizsysteme, das Dauermarketing von Alltags-Verhaltenstipps und spieltheoretische Elemente präventiv zu begleiten,

Vor allem darf „unternehmensfreundliche“ Politik nicht dazu führen, dass Schulen für Versäumnisse von Firmen oder anderen Immobilien/Stätten bestraft werden und dass in Schulen Maßnahmen verpflichtend sind, die anderenorts nicht umgesetzt werden.

Abschließend eine Bitte an die gesamte Gesellschaft:
Dieser Artikel soll nicht spalten und nicht emotionalisieren, sondern Denkkäfige aufbrechen.
Das Gebot lautet: Sachlich argumentieren! Zahlen aufbereiten! Zahlen auswerten! Aus Zahlen Folgerungen ziehen! Zentral denken, dezentral lenken! Nach Lösungen suchen! Versuche, Erfolge und Fehlversuche kommunizieren!

PS: Es kann natürlich auch sein, dass ich mir irre. Vielleicht ist das Infektionsgeschehen so diffus und chaotisch, dass manche der o.g. Ideen nicht greifen. Dann sollte die Bevölkerung auch darüber informiert werden, denn jedes nachweisbare Wissen um Sinnhaftigkeit oder Erfolglosigkeit von Lösungsansätzen hilft, die Verunsicherung in großen Bevölkerungsteilen abzubauen, die sich – ausser Lockdown-Meldungen und Impfstatistiken – bzgl. unternommener Lösungsversuche völlig uninformiert fühlt und daher Konzeptionslosigkeit, Ideenarmut, Kontrollverlust oder Feigheit vor der Benennung von Covid19 Hotspots vermutet. Das Entstehen solcher Stimmungen sollte vermieden werden! Politik muss gestalten, nicht verwalten!


Anhang:

*** Eindrücke von der Basis: Covid19-Fahrlässigkeiten in Firmen, Büros und Haushalten – zu Ungunsten von Lockdowns und Schulschließungen

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