* Eindrücke von der Basis: Covid19-Fahrlässigkeiten in Firmen, Büros und Haushalten – zu Ungunsten von Lockdowns und Schulschließungen

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Folgende Sammlung ergab sich aus eigenen Erlebnissen sowie aus Gesprächen mit Branchenkollegen, Handwerkern und Aussendienstlern:

Eindrücke von der Basis:

  • Manche Läden, Geschäften und Büros nutzen Handdesinfektionsspender; aber gelüftet wird so gut wie nie. 2-4 Stunden alte, verbrauchte, infektöse Luft (da hilft „Abstand halten“ und „Hände waschen“ nichts; da helfen auch keine Plexiglas-Trennwände mehr).
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  • wenige Schulen und zahlreiche Ärztehäuser lüften zu selten; und wenn doch, werden die Flure und Treppenhäuser vergessen, wo der Durchmischungspublikumsverkehr oder deren Wartezeiten stattfinden.
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  • In etlichen Betrieben werden (wenn Techniker/Handwerker/Gäste in den Raum kommen) oftmals keine Masken aufgesetzt, auch die Mitarbeiter untereinander tragen keine Masken. Fehlerquellen sind nicht selten die Mittagspausen. Dort sitzen dann Mitarbeiter aus mehreren Zimmern oder gar mehreren Abteilungen 20-30 Minuten beim Essen oder Smalltalk zusammen, reden und stecken die Köpfe über ihren Smartphones Schläfe an Schläfe, um nutzlose „lustige“ Videos anzuschauen. 8 Stunden Hygienekonzept sind dann in einer Mittagspause „beim Teufel“.
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  • Manche Stätten warten auf co2-Melder/Piepser, anstatt alle 30 Minuten einen 0815-Küchenwecker oder Handytimer als Erinnerung zum Durchzuglüften einzusetzen.
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  • Im Sommer 2020 war ich während einer Geschäftsfahrt um Essen in einer Innen-Gastronomie. Im selben Raum (mit korrektem Abstand an einem anderen Tisch) saßen weitere Personen. Das Hygienekonzept des Gastronomiebetriebs bestand aus: Kontaktliste am Eingang, Desinfektionsmittelhandspender, Bedienungen trugen Maske. Leider waren die Fenster des Rams dauerhaft zu, denn es gab keine Griffe an den Fenstern. Der Raum hatte nur eine Tür und diese führte nicht nach außen, sondern ins nachgelagerte Foyer. D.h. auch hier: tagelang kein Luftaustausch. Nicht auszudenken, was sich da über mehrere Tage an infektiöser „Atemluft“ hätte aufstauen können. Es fehlt vielen Menschen am grundlegenden Verständnis, dass es seit Langem nicht mehr nur ums Anhusten geht, sondern um „Viruswolken“, die es „rauszulüften“ bzw. deren Last es durch Frischluft zu verdünnen gilt!
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  • Berufliche/schulische Auto-Fahrgemeinschaften im Auto sind enge Personenaufenthalte ohne MIndestabstand, ohne Maske, oft bestehend aus Personen aus mehr als 2 Haushalten und kontraproduktiver Umluft-Innenraumlüftung. Die Maßnahme „Durchzugslüftung“ sollte auch hier berücksichtigt werden.
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  • Smalltalks Autofahrer + Fußgänger durchs offene Beifahrerfenster: Es sind die kleinen Inkonsistenzen, die im Alltag lauern. Typisches Beispiel: Man trifft als Fußgänger einen zufällig mit dem Auto vorbeifahrenden Bekannten, der zum Smalltalk an den Straßenrand fährt und im Auto sitzen bleibt. Der Fußgänger lehnt sich durch die offene Autoscheibe der Beifahrertüre mit dem Kopf quasi ins Auto hinein und man unterhält sich dann an 10 Minuten lang auf ca 50cm Distanz quasi in einem geschlossenen Raum … ohne Maske, in direkter Blick- und Aerosolrichtung. Besser wäre es, wenn der Autofahrer ausssteigt und man sich – beide im Freien – mit genügend Abstand in Ruhe unterhielte.
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  • Erfahrungen von Handwerkern bei Privatkunden:
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    • Nicht wenige Kunden nähern sich (egal ob mit oder ohne Maske) direkt auf 50cm, rücken dem Techniker/Handwerker auf die Pelle, sitzen einem quasi auf dem Schoß … schauen über die Schulter. Frei nach dem Motto: „Der Techniker hat eine FFP2-Maske auf; da brauche ich ja keine. Ausser bin ich in meinen eigenen 4 Wänden ohne Maske sicher. My home is my trutzburg.“
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    • Seit Q1/2021 springen manche Privatkunden in deren Häusern ohne Maske vor Technikern herum mit den Worten „Dass wir keine Maske tragen, hat einen Grund; wir hatten gestern die erste Impfung“. Der Schutz des persönlichen Gegenübers ist da scheinbar aus dem Kopf entfallen. Zudem ist die erste Impfung nicht der volle Impfschutz, denn es fehlt ja noch die zweite Dosis.
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    • Viele Handwerksangestellte trauen sich nicht, vor bzw. beim Kundenbesuch den Kunden zu mehr Corona-Disziplin zu bewegen. Eine Ermutigung hierzu durch die Branchenverbände/IHKs wäre sehr hilfreich; beispielsweise durch die Bereitstellung eines neutralen Kunden-Infoblattes (ggf. mit Platz für einen Firmenstempel) für Handwerker/Techniker/Aussendienstler, damit diese ihren Kunden vor einem Termin (oder bei Beginn) einen Verhaltenstipps-Zettel in die Hand geben können oder ggf. auch mit der Rechnung/Angebot mitschicken können.
      Vor allem das Durchzuglüften, FFP2-Tragen und das „Alleine im Raum ARbeiten lassen“ während des gesamten Termins muss stärker ins Bewusstsein der Haushalte und stärker in die Aufklärungsarbeit!
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    • Treffen/Kaffeekränzchen zwischen Privathaushalten finden zu oft – selbst bei zumutbaren Aussentemperaturen – nicht auf Terrassen/Balkons sondern in Innenräumen statt, die zudem meist auch nicht durchzuggelüftet werden. Es fehlt das PRoblembewusstsein, dass eine Person, die ohne Maske eine Raum betritt, den eine infizierte Person 1-2 Stunde vollgeatmet hat, binnen weniger Minuten eine kritische Coid19-Aerosolmenge einatmen kann.
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Fazit:
Viele Handwerker schlaucht es, sich jeden Tag den Mund fusselig zu reden und die Erziehungsarbeit / Aufklärungsarbeit zu leisten, die Bundespolitik und Presselandschaft nicht zu Wege bringen.

Also … es gibt viel zu tun! Es gibt viel zu Optimieren! Packen wir’s an!

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